Keine positiven Effekte

PwC: Über die Hälfte der CEOs sieht keine KI-Rendite

PWC
Bildquelle: DW labs Incorporated / Shutterstock.com

Eine großangelegte Befragung von Führungskräften zeigt: Die Mehrheit kann trotz hoher Ausgaben für Künstliche Intelligenz weder Kostensenkungen noch Umsatzsteigerungen vorweisen.

Die Ernüchterung ist groß: Über die Hälfte der befragten Geschäftsführer verzeichnet keine positiven wirtschaftlichen Effekte durch den Einsatz von KI-Technologien. Das ergibt eine Untersuchung der Unternehmensberatung PwC, für die 4.454 Führungskräfte weltweit befragt wurden. Dabei hatten viele Unternehmen erhebliche Summen in entsprechende Systeme investiert. Die Studienautoren relativieren allerdings und verweisen darauf, dass sich die Technologie noch in einem frühen Entwicklungsstadium befinde.

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Magere Erfolgsquote

Gerade einmal 12 Prozent der Befragten gaben an, durch KI-Einsatz sowohl Kosten gesenkt als auch Umsätze gesteigert zu haben. Mit 56 Prozent konstatierte die deutliche Mehrheit keinerlei positive Effekte in diesen beiden Bereichen. Immerhin ein Viertel verzeichnete Kostenreduktionen, doch nahezu ebenso viele mussten sogar steigende Ausgaben hinnehmen.

Die praktische Verbreitung von KI-Anwendungen in Unternehmen fällt ebenfalls verhalten aus. Selbst in den gängigsten Einsatzbereichen wie Kundengewinnung (22 Prozent), Kundensupport (20 Prozent) oder Produktentwicklung (19 Prozent) nutzt nur eine Minderheit die Technologie in größerem Umfang.

Empfehlung: Mehr vom Gleichen

Trotz der durchwachsenen Ergebnisse empfiehlt PwC, die Investitionen fortzusetzen. Die Berater argumentieren, dass punktuelle, isolierte KI-Projekte selten messbaren Nutzen brächten. Echte Erträge stellten sich demnach erst bei unternehmensweiten Implementierungen ein, die in die Gesamtstrategie eingebettet seien.

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Als Voraussetzungen für eine erfolgreiche Skalierung nennt der Bericht eine geeignete IT-Infrastruktur, eine klare Strategie für KI-Initiativen, etablierte Risikomanagement-Prozesse sowie eine entsprechende Unternehmenskultur.

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Allgemeine Zuversicht sinkt

Die Stimmung unter Geschäftsführern hat insgesamt einen Tiefpunkt erreicht. Lediglich 30 Prozent blicken optimistisch auf das Umsatzwachstum. Im Vorjahr waren es noch 38 Prozent. Als Gründe nennt die Studie geopolitische Spannungen, wachsende Cyberbedrohungen sowie die Unsicherheit bezüglich der tatsächlichen Vor- und Nachteile von KI.

Sorgen bereitet Unternehmen auch die Handelspolitik: Fast ein Drittel der befragten CEOs rechnet damit, dass Zölle die Gewinnmargen im kommenden Jahr belasten werden.

Die Studienautoren warnen allerdings davor, aufgrund geopolitischer Unwägbarkeiten notwendige Investitionen zurückzustellen. Unternehmen, die so vorgingen, würden beim Wachstum um zwei Prozentpunkte und bei den Gewinnmargen um drei Punkte hinter der Konkurrenz zurückbleiben.

Lars

Becker

Stellvertretender Chefredakteur

IT Verlag GmbH

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