Glasfaser wird für deutsche Unternehmen zum harten Standortkriterium, ähnlich wie Verkehrsanbindung oder Stromversorgung. Wer kein schnelles Netz hat, riskiert, Firmen zu verlieren.
Schnelles Internet ist längst kein Komfortmerkmal mehr, sondern handfester Wirtschaftsfaktor. Das belegt die YouGov-Studie „Digitalisierung 2026″, die im Auftrag von 1&1 Versatel durchgeführt wurde. Befragt wurden 533 Entscheidungsträger in deutschen Unternehmen. Das Ergebnis ist eindeutig: 78 Prozent der Firmen würden einen Standortwechsel in Erwägung ziehen, wenn am aktuellen Standort kein leistungsstarkes Internet verfügbar ist.

Glasfaser-Versorgung verbessert sich, aber langsam
Die Lage am Markt hellt sich zumindest graduell auf. Nur noch 25 Prozent der befragten Unternehmen beklagen fehlende Glasfaser-Verfügbarkeit an ihrem Standort. Vor zwei Jahren lag dieser Wert noch bei 37 Prozent. Ein Fortschritt, der aber nicht darüber hinwegtäuscht, dass ein Viertel der Firmen weiterhin ohne zeitgemäßen Anschluss auskommen muss.
Der Bedarf dürfte in den kommenden Jahren weiter steigen. Zwei Drittel der Unternehmen ohne Glasfaseranschluss rechnen damit, diesen innerhalb der nächsten fünf Jahre zu benötigen. Als Treiber nennt die Studie Cloud-Anwendungen, KI-Workloads, mobiles Arbeiten und standortübergreifende Zusammenarbeit, alles Anwendungsfälle, die hohe und stabile Bandbreiten voraussetzen.
Unternehmen wollen Anbietervielfalt, keine regionalen Monopole
Neben der reinen Verfügbarkeit spielt auch der Wettbewerb unter Anbietern eine zentrale Rolle: 83 Prozent der befragten Unternehmen legen Wert darauf, zwischen verschiedenen Telekommunikationsanbietern wählen zu können. Bei größeren Unternehmen mit mehr als 250 Mitarbeitenden steigt dieser Wert auf 87 Prozent.
Regionale Abhängigkeiten von einem einzigen Anbieter werden offenbar als Risiko wahrgenommen. Unternehmen wollen passgenaue Lösungen mit bundesweiter Verfügbarkeit, kein Patchwork aus lokalen Monopolen.

Frank Rosenberger, CEO von 1&1 Versatel, zieht daraus eine klare Schlussfolgerung: „Diese Zahlen sind ein klares Signal für den Wettbewerb im Glasfasermarkt. Unternehmen wollen keine regionalen Abhängigkeiten, sondern passgenaue Lösungen mit bundesweiter Verfügbarkeit. Deutschland braucht eine leistungsstarke und übersichtliche Glasfaser-Infrastruktur, und dafür tragen wir als Telekommunikationsanbieter eine besondere Verantwortung.”
Die Studie „Digitalisierung 2026″ wurde von YouGov im Auftrag von 1&1 Versatel durchgeführt. Befragt wurden 533 Entscheidungsträger in deutschen Unternehmen.
(lb/1&1)