Social Engineering

KI, Messenger und „ClickFix“: Phishing-Angriffe werden immer komplexer

Phishing, Telekopye, Telegram

Kriminelle nutzen beim Phishing nicht mehr nur Betrugs-Emails, sondern auch auf KI-gestützte Täuschung und gefälschte CAPTCHAs.

Die Cyberbedrohungslandschaft wandelt sich rasant, wie der aktuelle Threat Status Report 2025/2026 des europäischen Cybersicherheitsunternehmens aDvens belegt. Demnach stieg das Volumen der Phishing-Angriffe im Jahr 2025 noch einmal signifikant an. Ein wesentlicher Treiber dieser Entwicklung ist der Einsatz von generativer Künstlicher Intelligenz (KI), mit der Angreifer hochgradig personalisierte, fehlerfreie Nachrichten und täuschend echte Login-Seiten automatisiert generieren.

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Zudem weiten Cyberkriminelle ihre Angriffsflächen auf neue Kommunikationskanäle aus. Phishing findet zunehmend über Messenger-Dienste wie WhatsApp, Videokonferenzen oder Unternehmens-Kollaborationsplattformen statt. Dort geben sich Kriminelle beispielsweise als IT-Support aus, um sich unautorisiert Fernzugriff (Remote Access) auf die Rechner der Beschäftigten zu erschleichen.

Aktuelle Sicherheitsforschungen warnen in diesem Kontext vermehrt vor sogenannten „ClickFix“-Attacken: Hierbei werden Nutzer durch gefälschte Fehlermeldungen oder CAPTCHA-Abfragen („Ich bin kein Roboter“) auf manipulierten Webseiten dazu verleitet, selbst schadhafte Konsolen-Befehle (etwa in PowerShell) auf ihrem Rechner auszuführen. Da der Nutzer den Code selbst eingibt, werden klassische E-Mail-Filter und Antivirenprogramme häufig umgangen.

Die richtige Kombination für glaubwürdige Szenarien

Andreas Süß, CEO DACH der aDvens GmbH, fasst die Entwicklung der modernen Phishing-Bedrohung wie folgt zusammen:

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„Beim Phishing setzen Cyberkriminelle heute auf eine Kombination unterschiedlicher Kommunikationskanäle, gestohlener Informationen und zunehmend auch künstlicher Intelligenz, um möglichst glaubwürdige Szenarien aufzubauen. Unternehmen müssen deshalb sowohl ihre technischen Schutzmaßnahmen als auch die Awareness ihrer Mitarbeitenden an diese Entwicklung anpassen.“

Andreas Süß, CEO DACH der aDvens GmbH

Abwehrmaßnahmen: Mehr als nur E-Mail-Schutz

Um sich gegen die neuen, vielschichtigen Phishing-Taktiken zu wappnen, reiche der reine E-Mail-Fokus nicht mehr aus. aDvens empfiehlt Unternehmen, ihre Awareness-Schulungen dringend auf Angriffswege wie Chat-Dienste, Video-Calls und Kollaborations-Software auszuweiten.

Auf technischer Ebene raten die Sicherheitsexperten zur flächendeckenden Einführung hardwaregestützter, phishing-resistenter Multi-Faktor-Authentifizierung (wie U2F), da gestohlene Passwörter allein so wertlos bleiben. Ergänzend sollten verdächtige Links per Sandboxing oder Browser-Isolation isoliert und unautorisierte Fernwartungstools netzwerkweit blockiert werden. Gelingt Angreifern dennoch der Erstzugang, helfen fortschrittliche Überwachungssysteme (Endpoint sowie Network Detection & Response), um verdächtige laterale Bewegungen der Hacker innerhalb des Netzwerks frühzeitig zu erkennen und zu stoppen.

(aDvens/red)

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