KI-Firma geschluckt

Palo Alto Networks kauft munter weiter

Palo Alto Networks
Bildquelle: bluestork/Shutterstock.com

Wer im Sicherheitsbetrieb eines Unternehmens arbeitet, kennt das Problem: Tausende Warnmeldungen pro Tag, zu wenig Personal, um sie alle zu prüfen. Genau hier will Palo Alto Networks künftig mit einer neu zugekauften KI-Technologie ansetzen.

Der Konzern hat die Firma Console übernommen. Deren Software ermöglicht es, automatisierte Arbeitsabläufe allein durch Eingaben in natürlicher Sprache zu definieren, ganz ohne Programmierkenntnisse. Über den Kaufpreis machte Palo Alto Networks keine Angaben.

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Agenten statt manueller Abarbeitung

Die Technik von Console soll in Cortex integriert werden, die Sicherheitsplattform von Palo Alto Networks. Ziel ist es, dass Sicherheitsteams damit Vorfälle schneller untersuchen, Prioritäten setzen und Reaktionen auf Bedrohungen automatisch auslösen können.

Statt selbst Skripte zu schreiben oder Abfragen zu formulieren, sollen Mitarbeiter künftig einfach beschreiben, was erreicht werden soll. Ein KI-Agent übernimmt dann die Auswertung der Daten und führt die passenden Aktionen selbstständig aus. Palo Alto Networks erhofft sich dadurch, dass Probleme in der IT-Infrastruktur deutlich schneller behoben werden als bei manueller Bearbeitung.

Konzernchef Nikesh Arora sieht in dem Zukauf einen Schritt hin zu einer direkteren Interaktion zwischen Kunden und ihren eigenen Daten, bei der sich Automatisierungen ohne technisches Vorwissen einrichten lassen. In einer Mitteilung erklärte er, Sicherheitsteams sollten sich nicht länger nur damit beschäftigen müssen, Dashboards zu verwalten und Tickets abzuarbeiten, damit Menschen schneller arbeiten können. Er spricht in diesem Zusammenhang von einem Wandel hin zu „Software als Agent“.

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Auch Andrei Serban, Mitgründer und Chef von Console, äußerte sich zu der Übernahme. Die Grundidee seines Unternehmens sei gewesen, dass Nutzer lediglich ein Ziel formulieren müssten, während die eigentliche Komplexität von intelligenter Software übernommen wird. Der Zusammenschluss mit Palo Alto Networks verschaffe seinem Team nun Zugang zu Sicherheitsexpertise, einer etablierten Plattform und globaler Reichweite, um diese Idee auch großen Unternehmen zugänglich zu machen. Serban zufolge sollen dadurch agentenbasierte Abläufe künftig „schneller einsetzbar, sicherer zu steuern“ sein.

Palo Alto Networks auf Einkaufstour

Console ist nur einer von vielen Zukäufen in den letzten Jahren. Im Februar 2026 schloss der Konzern die milliardenschwere Übernahme des Identitätssicherheits-Anbieters CyberArk ab, im Sommer 2025 kam der auf KI- und ML-Sicherheit spezialisierte Anbieter Protect AI hinzu. Im Juni 2026 folgte mit Portkey ein Anbieter für KI-Gateway- und Governance-Werkzeuge, im Juli 2026 zudem der Observability-Spezialist Embrace. Palo Alto Networks nennt diese Strategie selbst „Platformization“: eine möglichst umfassende Sicherheitsplattform aus Netzwerk-, Cloud-, Identitäts- und Betriebssicherheit aus einer Hand. Zuletzt sickerte durch, dass Palo Alto noch andere Schwergewichte auf dem Zettel hatte.

(red)

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