Mit dem Grid Protectors Program sollen OpenAIs Campusse bei Engpässen Strom abgeben. Pilot ist ein 3,2-Gigawatt-Projekt in Georgia.
OpenAI will Rechenzentren bei Netzstress drosseln

OpenAI hat das Grid Protectors Program vorgestellt. Mit dem landesweiten Programm will das Unternehmen erreichen, dass seine künftigen Rechenzentren, die OpenAI als „Compute Campuses” bezeichnet, ihren Stromverbrauch senken, wenn das Stromnetz etwa bei extremem Wetter oder anderen Notlagen unter Druck steht. Zugleich sollen Haushalte und kleine Unternehmen nicht für die Netzkosten der KI-Infrastruktur aufkommen müssen.
„Familien und kleine Unternehmen sollten nicht gebeten werden, den Strombedarf eines Rechenzentrumscampus zu subventionieren.”
OpenAI
Pilot in Georgia mit bis zu einem Gigawatt
Als Pilot dient ein geplanter Campus im Effingham County im US-Bundesstaat Georgia, der sich noch in der Entwicklung befindet. Im Endausbau soll er 3,2 Gigawatt Strom benötigen. OpenAI hat dafür einen Vertrag über 25 Jahre mit dem Versorger Georgia Power geschlossen. Die Leistung soll schrittweise zwischen 2028 und 2032 bereitgestellt werden. OpenAI übernimmt nach eigenen Angaben sämtliche Kosten für die nötige Infrastruktur und den Netzanschluss. In Notlagen soll der Campus bis zu 1.000 Megawatt freigeben können. Laut OpenAI sollen Vereinbarungen mit Großverbrauchern wie diesem anderen Stromkunden in Georgia ab 2029 Einsparungen von rund 950 Millionen US-Dollar pro Jahr bringen.
Für künftige Standorte will OpenAI mit Versorgern, Regulierungsbehörden und der Politik individuelle Vereinbarungen aushandeln. Darin soll festgelegt werden, wie viel Leistung ein Campus abgeben kann, wie schnell und wie lange. Je nach Ausstattung und örtlichen Vorgaben könnten Campusse auch Strom aus eigenen Generatoren oder Batteriespeichern ins Netz einspeisen. Langfristige Verträge und finanzielle Garantien sollen andere Kunden schützen, falls Projekte kleiner ausfallen, sich verzögern oder abgesagt werden.
Keine Alternative zu neuen Kraftwerken
OpenAI räumt ein, dass flexible Lasten den Bau neuer Kraftwerke und Stromleitungen nicht ersetzen können. Das Programm gilt zudem nur für Campusse, die OpenAI selbst entwickelt, nicht für Kapazitäten, die das Unternehmen bei Cloud-Partnern mietet. Einen Zeitplan für die Ausweitung über Georgia hinaus nannte OpenAI nicht.
Rechenzentren stoßen in den USA zunehmend auf Widerstand, unter anderem wegen steigender Strompreise. Laut Data Center Watch wurden allein im ersten Quartal 2026 mindestens 75 Projekte blockiert oder verzögert. OpenAI hatte zuletzt laut Axios eine PR-Offensive nach den US-Zwischenwahlen geplant, zu der auch die Bezeichnung von Rechenzentren als „AI Compute Campuses” gehört. Das Weiße Haus hat Entwickler aufgefordert, sich freiwillig zu verpflichten, ihre eigenen Stromkosten zu tragen.
(red)




