Standortauswahl für integriertes VPN

Mozilla veröffentlicht Firefox 151 mit erweitertem Datenschutz

Mozilla
Quelle: Iuliia Serova / Shutterstock.com

Das Update Mozilla Firefox 151 bringt eine manuelle Standortauswahl für das integrierte VPN, verbesserte KI-Kontrollen auf Mobilgeräten und eine Schnelllöschung.

Die Mozilla Corporation hat die offizielle Veröffentlichung der Browser-Version Firefox 151 für Desktop-Betriebssysteme sowie für die mobilen Plattformen Android und iOS bekannt gegeben. Das aktuelle Software-Update konzentriert sich primär auf die Erweiterung der administrativen Benutzerkontrolle in den Bereichen Datenschutz, künstliche Intelligenz und Identitätsschutz. Mit den neuen Funktionen reagiert das Unternehmen auf die veränderten Anforderungen von Internetnutzern, die zunehmend nach transparenten Werkzeugen zur Unterbindung von digitalem Tracking und zur Regulierung von automatisierten Hintergrundprozessen verlangen. Die Verteilung der neuen Version erfolgt ab sofort über die regulären Update-Kanäle der jeweiligen Betriebssysteme.

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Manuelle Serverauswahl für das integrierte VPN-Netzwerk

Ein zentraler Bestandteil des Updates auf Version 151 ist die technische Aufwertung des kostenfreien, direkt in den Browser integrierten VPN-Dienstes. Mozilla hatte diese Funktion ursprünglich Ende März des laufenden Jahres mit der Version Firefox 149 eingeführt, um den Schutz von IP-Adressen im alltäglichen Surfbetrieb zu vereinfachen. Das System stellt registrierten Nutzern mit einem Mozilla-Konto ein monatliches Datenvolumen von 50 Gigabyte kostenlos zur Verfügung. Wird dieses Limit innerhalb des Abrechnungszyklus überschritten, pausiert der IP-Schutz automatisch bis zum Beginn des nächsten Monats, sofern der Anwender kein kostenpflichtiges Abonnement für das systemweite Mozilla VPN abschließt.

Bislang wählte der Browser den Serverstandort vollautomatisch basierend auf der besten Performance und der geografischen Nähe zum Nutzer aus. Mit Firefox 151 wird nun eine manuelle Standortauswahl implementiert. Diese Funktion ermöglicht es Anwendern, den Datenverkehr gezielt über Server in bestimmten Ländern umzuleiten. Zum Start der neuen Funktion ist die Länderauswahl auf Nutzer in Deutschland, Frankreich, Kanada, Großbritannien und den Vereinigten Staaten beschränkt. Die manuelle Umleitung erlaubt es beispielsweise, regionale Nachrichten zu lesen, länderspezifische Einkaufsangebote zu prüfen oder die Darstellung von Webinhalten in anderen Regionen zu analysieren. Mozilla betonte, dass der Datenverkehr weiterhin den lokalen Gesetzen und Inhaltsbeschränkungen des jeweils ausgewählten Ziellandes unterliegt. Eine Ausweitung des Servernetzwerks auf zusätzliche Staaten ist für kommende Aktualisierungen geplant.

Erweiterte Kontrolle über künstliche Intelligenz auf Mobilgeräten

Neben den Netzwerkfunktionen bringt Firefox 151 weitreichende Einstellungsoptionen für künstliche Intelligenz auf die mobilen Betriebssysteme Android und iOS. Mozilla hatte entsprechende Kontrollmechanismen, die intern oft als Abschalter für KI-Funktionen bezeichnet werden, bereits Anfang des Jahres für die Desktop-Varianten eingeführt. Nun folgt die Angleichung für Smartphones und Tablets.

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Die Verfügbarkeit der einzelnen KI-gestützten Funktionen variiert je nach Region und verwendetem Endgerät. Zu den integrierten Werkzeugen gehören automatisierte Textübersetzungen, die sprachbasierte Websuche sowie das visuelle Analysewerkzeug Shake to Summarize. Letzteres ermöglicht es Nutzern, durch das Schütteln des Mobilgeräts eine automatisierte Zusammenfassung der aktuell geöffneten Webseite zu generieren. Während diese Funktion auf Apple-Geräten bereits in mehreren Sprachen wie Deutsch, Französisch, Spanisch, Portugiesisch, Italienisch und Japanisch einsatzbereit ist, erfolgt die Einführung auf Android-Systemen im ersten Schritt ausschließlich in englischer Sprache. Mit den neuen Schaltern in den Systemeinstellungen können Nutzer diese Dienste nun jederzeit vollständig deaktivieren oder aktivieren, um die Datenübertragung an externe KI-Infrastrukturen zu unterbinden.

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Datenbereinigung im privaten Modus mit einem Klick

Eine weitere funktionale Neuerung betrifft den sogenannten privaten Modus des Browsers. Für die schnelle Beseitigung von lokalen Sitzungsspuren wurde in der Benutzeroberfläche ein neuer, flammenförmiger Knopf mit der Bezeichnung Private Sitzung bereinigen implementiert. Dieser befindet sich direkt auf der rechten Seite der zentralen Adresszeile.

Durch das einmalige Anklicken dieses Symbols werden sämtliche während der aktuellen privaten Sitzung angefallenen Daten augenblicklich vom lokalen Endgerät gelöscht. Der Löschvorgang umfasst Cookies, den Browserverlauf, temporäre Cache-Dateien sowie eingegebene Anmeldedaten. Der technische Vorteil dieser Funktion liegt darin, dass der Browser automatisch eine vollständig neue, saubere Privatsitzung initiiert, ohne dass der Anwender das geöffnete Browserfenster manuell schließen und wieder neu öffnen muss. Dies optimiert den Workflow bei der Nutzung temporärer Konten oder beim sensiblen Online-Einkauf.

Verbesserungen beim Fingerprinting-Schutz und Entwickler-Tools

Abseits der Hauptfunktionen enthält das Update strukturelle Verbesserungen beim sogenannten Enhanced Tracking Protection System. Die Entwickler haben die algorithmischen Abwehrmechanismen gegen das digitale Fingerprinting verschärft. Bei diesem Verfahren versuchen Werbenetzwerke, Nutzer anhand spezifischer Hardware- und Softwarekonfigurationen des Endgeräts eindeutig zu identifizieren. Durch die Optimierung in Firefox 151 sinkt die Anzahl der eindeutig identifizierbaren Nutzer laut Mozilla im globalen Durchschnitt um rund 14 Prozent. Auf Systemen mit dem Betriebssystem macOS von Apple beziffert das Unternehmen die Reduzierung der Identifizierungsrate sogar auf rund 49 Prozent.

Zudem integriert die Version 151 die Web Serial API, welche es Webanwendungen erlaubt, direkt aus dem Browser heraus mit seriellen Geräten wie Mikrocontrollern zu kommunizieren. In den Entwicklerversionen wird zeitgleich eine Vorschau auf eine komplett überarbeitete Einstellungsseite getestet, die eine intuitivere Navigation und eine verbesserte Suchfunktion für Konfigurationsparameter bereitstellen soll.

Autorenbild Lisa Löw

Lisa

Löw

Junior Online-Redakteurin

IT-Verlag

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