Ein Infrastrukturfehler führt in Exchange Online zur fälschlichen Quarantäne von Postfächern. Microsoft arbeitet an der Behebung des Problems.
Der Softwarekonzern Microsoft arbeitet an der Behebung einer Störung im Dienst Exchange Online, die seit dem 19. Juli 2026 zur fälschlichen Quarantäne von Kundenpostfächern führt. Der Vorfall wird unter der Vorgangsnummer EX1436407 geführt. Betroffene Anwender können E-Mails weder empfangen noch senden und haben keinen Zugriff auf ihre Kalender. Ursache für die Störung ist eine Anpassung der Infrastruktur, die durch unerwartete Ergebnisse bei Indizierungsdaten zu einem übermäßigen Speicherverbrauch und in der Folge zu einem Speichermangel führte.
Microsoft erläuterte die Auswirkungen des Fehlers wie folgt:
„Dieses Problem kann einige Benutzer daran hindern, E-Mail-Nachrichten zu empfangen, da ihre Postfächer fälschlicherweise unter Quarantäne gestellt werden, und Benutzer, die E-Mails an diese Postfächer senden, erhalten möglicherweise einen Unzustellbarkeitsbericht (NDR). Eine kürzlich vorgenommene Infrastrukturänderung führte zu übermäßigem Speicherverbrauch durch unerwartete Indizierungsdatenergebnisse, was zu einem Speichermangelzustand führte und dazu führte, dass betroffene Postfächer fälschlicherweise unter Quarantäne gestellt wurden.“
Microsoft
Fortschritt der Bereinigungsarbeiten und Wiederherstellung
Das Unternehmen gab bekannt, dass es sich um ein erneutes Auftreten eines früheren Problems handelt, das unter der Kennung EX1434354 erfasst wurde. Zur Behebung werden überschüssige Indizierungsdaten schrittweise bereinigt. Der Bereinigungsprozess schritt von 66 Prozent am Mittwochnachmittag auf 72 Prozent am Mittwochabend voran. Sobald die Speicherauslastung in den jeweiligen Regionen validiert ist, werden die betroffenen Postfächer schrittweise aus der Quarantäne entlassen. Einen genauen Zeitplan für die vollständige Wiederherstellung aller Dienste hat Microsoft noch nicht genannt. Angemeldete Instanzen und regionale Verteilungen der Störung wurden bislang nicht im Detail beziffert.
Frühere Vorfälle mit fehlerhafter Quarantäne in Exchange Online
Störungen bei der Filtereinstufung von E-Mails und Postfächern traten bei Exchange Online in der Vergangenheit mehrfach auf. Im März 2025 führte ein Softwarefehler im Anti-Spam-System zur fälschlichen Quarantäne von E-Mails, gefolgt von einem Vorfall im Mai 2025, bei dem ein Modell für maschinelles Lernen E-Mails von Gmail-Konten fehlerhaft als Spam einstufte. Im September 2025 blockierte ein Störfall im Anti-Spam-Dienst das Öffnen von Verlinkungen in Exchange Online und Microsoft Teams, während im Februar 2026 fehlerhafte Erkennungsregeln zur Blockierung legitimer URLs führten.
(red)