Microsoft testet neue Datenschutzeinstellungen für Windows-11-Nutzer.
Künftig soll man für jede einzelne Desktop-Anwendung selbst festlegen können, ob diese auf Kamera, Mikrofon und genauen Standort zugreifen darf. Die neue Funktion steht derzeit auf Systemen zur Verfügung, die auf die experimentelle Windows-Insider-Vorschauversion 26340.9233 aktualisiert wurden. Bislang ließ sich der Zugriff klassischer Desktop-Anwendungen auf Kamera, Mikrofon und Standort nur über eine einzige, geräteweite Einstellung steuern. Microsoft erklärte dazu, Insider könnten diese Berechtigungen künftig für jede einzelne Anwendung getrennt verwalten und erhielten dadurch mehr Einblick, welche Apps überhaupt Zugriff auf sensible Ressourcen anfordern. Zu finden sind die neuen Einstellungen unter Einstellungen, Datenschutz und Sicherheit, jeweils bei Kamera, Mikrofon oder Standort, wo sich der Zugriff über eigene Schalter je Anwendung freigeben lässt.
Microsoft warnte zugleich, Zugriff nur solchen Anwendungen zu gewähren, die Nutzer tatsächlich kennen und denen sie vertrauen, da manche Apps über gemeinsam genutzte Systemkomponenten oder browserbasierte Technologien unter anderem Namen erscheinen oder als nicht signiert angezeigt werden können, wenn Windows die Herausgeberinformationen nicht verifizieren kann.
Teil einer umfassenderen Sicherheitsinitiative bei Microsoft
Der Test folgt auf eine bereits im Februar angekündigte Initiative, mit der Microsoft smartphone-artige Berechtigungsabfragen für Windows 11 einführen will, bevor Apps auf sensible Ressourcen wie Kamera oder Mikrofon zugreifen dürfen. Windows-Platform-Ingenieur Logan Iyer hatte das neue Sicherheitsmodell damals damit begründet, dass Apps zunehmend unerwünschte Software installierten, Einstellungen überschrieben oder sogar zentrale Windows-Funktionen ohne vorherige Zustimmung der Nutzer veränderten. Nutzer erhielten künftig „Transparenz und Kontrolle darüber, wie Apps auf ihre persönlichen Daten und Gerätefunktionen zugreifen“, so Iyer, samt der Möglichkeit, einmal erteilte Berechtigungen jederzeit wieder zu entziehen.
Die neuen, mobil anmutenden Sicherheitskontrollen sind Teil der Initiativen „Windows Baseline Security Mode“ und „User Transparency and Consent“ und sollen schrittweise ausgerollt werden, wobei Microsoft Umfang und Geschwindigkeit der Einführung je nach Nutzerfeedback anpassen will. Bereits am Freitag zuvor hatte Microsoft zudem eine neue Barrierefreiheitseinstellung angekündigt, die App-Fenster beim Öffnen automatisch maximiert, etwa im Tablet-Modus oder bei Nutzung eines Screenreaders.
(red)