Datenbank-Team wechselt zu AWS

Amazon übernimmt DuckLabs mit Open-Source-Datenbank DuckDB

AWS
Bildquelle: Michael Vi / Shutterstock.com

Amazon hat eine endgültige Vereinbarung zur Übernahme von DuckLabs unterzeichnet.

Sämtliche Beschäftigte von DuckLabs wechseln im Zuge der Übernahme zu Amazon Web Services, darunter die Mitgründer und DuckDB-Schöpfer Hannes Mühleisen und Mark Raasveldt, die das Team sowie die technische Ausrichtung des Projekts auch künftig leiten sollen. Beide bleiben dabei am Amsterdamer Standort, an dem das Team weiterhin an DuckDB und verwandten Projekten arbeiten wird. Amazon betont ausdrücklich, nicht das eigentliche DuckDB-Open-Source-Projekt selbst zu übernehmen: Dieses bleibt unter der unabhängigen, gemeinnützigen DuckDB Foundation frei zugänglich und weiterhin unter der MIT-Lizenz verfügbar, ebenso wie die verwandten Projekte DuckLake und Quack.

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AWS und DuckLabs arbeiten bereits seit 2024 zusammen, unter anderem bei der DuckDB-Unterstützung für Amazon S3 Tables und Amazon SageMaker Lakehouse. Nach Angaben von AWS senkten entsprechende DuckDB-Integrationen und Optimierungen die durchschnittliche Abfragelatenz beim eigenen Dienst Amazon Quick bereits um 30 Prozent. Man habe fast zwei Jahre eng mit dem Team zusammengearbeitet und freue sich nun darauf, dem Projekt zu einer noch größeren Wirkung zu verhelfen.

MotherDuck sieht typisches Amazon-Muster, aber auch Vorteile für das Projekt

Jordan Tigani, Geschäftsführer des auf DuckDB aufbauenden Cloud-Dienstes MotherDuck, ordnete den Schritt in einem eigenen Blogbeitrag kritisch ein. Es handle sich um Amazons bewährtes Vorgehen, abzuwarten, bis ein Open-Source-Projekt groß genug sei, um es anschließend als eigenen Dienst zu vermarkten, Amazon übernehme DuckLabs nicht allein aus Zuneigung zu Open Source. Zugleich sieht Tigani in der Übernahme auch eine mögliche Stärkung für DuckDB selbst, da Amazon ein wirtschaftliches Interesse daran habe, das Projekt offen und weit verbreitet zu halten. MotherDuck kündigte zudem an, künftig einen eigenen Enterprise-Support für DuckDB anzubieten, nachdem Mühleisen und Raasveldt dem Unternehmen dafür nach dem Wechsel zu Amazon ausdrücklich grünes Licht gegeben hätten.

DuckLabs war vor gut fünf Jahren gezielt als langfristige Heimat für das DuckDB-Entwicklerteam gegründet worden, hatte dabei bewusst auf Risikokapital verzichtet und war bis zuletzt vollständig im Besitz der eigenen Gründer und Beschäftigten, finanziert über Support- und Feature-Entwicklungsverträge mit inzwischen mehr als 30 Beschäftigten in Amsterdam. In einem eigenen Blogbeitrag erklärten Mühleisen und Raasveldt, sie hätten zunehmend befürchtet, dass das Wachstum von DuckDB die eigenen Kapazitäten übersteigen und das kleine Unternehmen selbst zu einem Engpass für das Projekt werden könnte. AWS kündigte zudem an, die DuckDB-Community künftig durch den Aufbau eines technischen Beirats unter der DuckDB Foundation sowie durch ein erweitertes Erweiterungssystem für signierte Drittanbieter-Erweiterungen zu unterstützen. DuckLabs soll nach eigenen Angaben Anfang September vollständig Teil von AWS werden.

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(red)

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