Microsoft zieht Bilanz

Copilot knackt 30 Millionen zahlende Nutzer

Microsoft Copilot
Bildquelle: PixieMe/Shutterstock.com

Microsoft meldet ein deutliches Wachstum bei seinem KI-Assistenten Microsoft Copilot. Mehr als 30 Millionen bezahlte Seats für Microsoft 365 Copilot sind mittlerweile im Umlauf, wie der Konzern im Rahmen seines jüngsten Quartalsberichts mitteilte.

Die Zahl der neu hinzugekommenen Seats hat sich dabei von Quartal zu Quartal mehr als verdoppelt. Microsoft nutzt die Zahl, um eine größere These zu untermauern. Der KI-Assistent sei nicht länger bloß ein Werkzeug, sondern entwickle sich zu einem aktiven Bestandteil von Arbeitsabläufen in Unternehmen. Jared Spataro, Chief Marketing Officer für den Bereich „AI at Work“, spricht von einem Übergang von der reinen Adoptionsphase hin zu einer Transformationsphase, in der Arbeitsprozesse grundlegend neu gestaltet würden.

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Mehr Nutzung, mehr Funktionen

Neben der Userzahl verweist Microsoft auf eine wachsende Nutzungstiefe. Die Zahl der Unterhaltungen pro Nutzer soll sich binnen eines Jahres nahezu verdoppelt haben, die Zahl der Nutzer mit mehreren aktiv genutzten Copilot-Funktionen sei um einen dreistelligen Prozentsatz gestiegen. Das wöchentliche Nutzungsniveau liege inzwischen auf einer Höhe mit etablierten Programmen wie Outlook und Teams.

Auch bei der unternehmensweiten Verbreitung sieht Microsoft Fortschritte. Die Zahl der Kunden mit mehr als 50.000 Copilot-Seats sei binnen eines Jahres um mehr als das Siebenfache gestiegen. Die Zeit, bis ein Unternehmen eine monatliche Nutzungsquote von über 80 Prozent erreicht, sei von mehreren Monaten auf wenige Tage gesunken.

Cowork als Zugpferd

Zentral für die Vermarktung ist Copilot Cowork, seit Juni allgemein verfügbar. Das Produkt soll komplexere, mehrstufige Aufgaben eigenständig abarbeiten, von der Datenanalyse bis zur automatischen E-Mail. Laut Microsoft entfallen inzwischen 49 Prozent der an Cowork delegierten Aufgaben auf solche mehrstufigen Workflows, gegenüber 29 Prozent bei isoliert betrachteten Analyseaufgaben.

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In einer Fußnote führt Microsoft zudem einen Kostenvergleich an: In internen Tests soll Copilot Cowork 30 bis 40 Prozent günstiger abgeschnitten haben als Claude Cowork samt Microsoft-365-Konnektor, beide mit dem Modell Opus 4.8. Grundlage waren 125 Testläufe mit zwölf Prompt-Sets aus dem Juni 2026. Die Kosten für Copilot Cowork stammen aus internen Abrechnungsdaten, jene für Claude Cowork aus öffentlichen API-Preisen. Der Vergleich basiert damit auf Microsofts eigener Infrastruktur und Preisgestaltung, seine Übertragbarkeit auf reale Nutzungsszenarien bleibt fraglich.

Ergänzt wird Cowork durch Microsoft Scout, einen im Hintergrund laufenden Agenten mit eigener Identität und eigenen Zugriffsrechten.

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Was die Zahlen bedeuten (oder auch nicht)

Die Ankündigung folgt einem Muster, das derzeit bei fast allen großen Softwareanbietern zu beobachten ist. Nutzerzahlen und Engagement-Metriken dienen als Beleg für einen fundamentalen Wandel der Arbeitswelt, während die zugrunde liegenden Daten überwiegend firmenintern erhoben und nicht unabhängig überprüfbar sind. 30 Millionen verkaufte Seats sagen zunächst nur etwas über Lizenzverkäufe aus. Wie viele davon regelmäßig und produktiv genutzt werden, bleibt trotz der begleitenden Statistiken nur bedingt nachprüfbar. Für Unternehmenskunden dürfte vor allem der Konkurrenzvergleich zu Anthropics Claude interessant sein, den Microsoft mit dem Kostenvorteil von Cowork gezielt sucht.

(red)

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