Aufklärungsquote hoch

LKA warnt vor mehr Finanzbetrug in WhatsApp-Gruppen

Spear-Phishing, whatsapp phishing, WhatsApp, Phishing
Bildquelle: DANIEL CONSTANTE / Shutterstock.com

Das Landeskriminalamt (LKA) registriert zunehmend Finanzbetrügereien in Chatgruppen bei WhatsApp oder Telegram.

Dort würden bei angeblichen Anlageberatungen neben den Opfern simulierte Chatteilnehmer hinzugefügt: «So werden gezielt Erfolgsgeschichten platziert, um letzte Zweifel auszuräumen und die Geschädigten von angeblichen Investitionen zu überzeugen», heißt es im neuen Lagebild Wirtschaftskriminalität, das der dpa vorliegt.

Anzeige

In dem Lagebild für das Jahr 2025 wird die Messengerdienst-Masche noch genauer erklärt. Die Täter locken ihre Opfer demnach mit «aggressiven Werbeanzeigen» in die Chatgruppen, wo sie auf vermeintliche Finanzprofis treffen. Nach dem Vertrauensaufbau durch seriöse Tipps werden den Anlegern vermeintlich «innovative Investitionen» angeboten, wodurch die Opfer ihr Geld verlieren – und dann aus dem Chat geworfen werden.

Genaue Zahlen zu diesem Phänomen gibt es in dem Lagebild noch nicht, aber laut dem Papier erfasste die Polizei im vergangenen Jahr 1.891 Fälle der Wirtschaftskriminalität «unter Nutzung des Tatmittels Internet». Das sei mehr als ein Viertel aller erfassten Fälle der Wirtschaftskriminalität.

Wenige Fälle – riesige Schadenssumme

Insgesamt gab es laut der LKA-Statistik 6.939 Fälle der Wirtschaftskriminalität, 1,1 Prozent weniger als im Jahr zuvor. Betrachtet man alle Straftaten in NRW, haben die Fälle von Wirtschaftskriminalität zwar einen sehr geringen Anteil (0,51 Prozent) – dafür ist die Schadenshöhe bei den wenigen Taten riesig: Rund 469 Millionen Euro. Das sind nach Berechnungen des LKA 25,2 Prozent des Gesamtschadens aller Straftaten in NRW im vergangenen Jahr. 

Anzeige

Innenminister Herbert Reul (CDU) sagte dazu der Deutschen Presse-Agentur: «Wirtschaftskriminalität ist kein Trickbetrug mit ein paar Euro Beute.» Bei den Taten gehe es «um kriminelle Geschäftsmodelle, die Unternehmen schaden, Arbeitsplätze gefährden und dem Standort Nordrhein-Westfalen Geld aus der Tasche ziehen.»

Reul lobte die Aufklärungsquote, die laut Lagebild bei über 80 Prozent liegt, und sagte: «Diese Fälle sind oft ein Puzzle über Ländergrenzen hinweg: hochkomplex, international und nicht selten jahrelang. Deshalb brauchen wir kluge Köpfe und Sicherheitsbehörden, die nicht nebeneinanderher arbeiten, sondern zusammenziehen.» In Bezug auf den «Tatort» Internet sagte Reul: «Die Polizei darf dabei nicht am digitalen Spielfeldrand stehen. Sie muss dahin, wo die Täter sind: ins Netz.»

dpa

Anzeige

Artikel zu diesem Thema

Weitere Artikel

Newsletter
Newsletter Box

Mit Klick auf den Button "Jetzt Anmelden" stimme ich der Datenschutzerklärung zu.