Social Engineering statt Exploit

Levi Strauss meldet Datenabfluss nach Cyberangriff

Levis
Bildquelle: JHVEPhoto/Shutterstock.com

Der Bekleidungskonzern Levi Strauss hat einen Cyberangriff bekannt gegeben, bei dem Unbekannte über Social Engineering Unternehmensdaten entwendeten.

In einer am 7. August bei der US-Börsenaufsicht SEC eingereichten Mitteilung erklärte Levi Strauss, ein unautorisierter Dritter habe sich über Social-Engineering-Techniken Zugang zu firmeneigenen Computern dreier Beschäftigter verschafft. Nach ersten Erkenntnissen der eingeleiteten Untersuchung seien dabei bestimmte Unternehmensinformationen abgerufen und entwendet worden. Levi Strauss geht davon aus, dass die eigene, schnelle Reaktion den unautorisierten Zugriff erfolgreich eingedämmt und beendet hat, und betont, dass keine Kundendaten betroffen gewesen seien. Der Geschäftsbetrieb sei durch den Vorfall zu keinem Zeitpunkt unterbrochen worden, mit wesentlichen Auswirkungen auf Geschäft oder Finanzlage rechnet das Unternehmen nach bisherigem Ermittlungsstand nicht. Zur Aufklärung zog Levi Strauss externe Sicherheitsexperten hinzu, die Untersuchung dauert an.

Anzeige

Levi Strauss beschäftigt weltweit rund 19.000 Mitarbeitende, erzielt einen Jahresumsatz von 6,3 Milliarden US-Dollar und betreibt mindestens 3.300 eigene Filialen, bekannt ist der Konzern vor allem für seine 501-Jeans.

Möglicher Zusammenhang von Levi Strauss mit größerer Vishing-Kampagne

Ein sich zu dem Angriff bekennender Akteur konnte bislang nicht identifiziert werden. Mehrere Medien, darunter Reuters, stellten jedoch einen möglichen Zusammenhang mit der als UNC6671 bekannten Gruppe her, die Googles Threat Intelligence Group zuletzt mit einer breiter angelegten Welle von Voice-Phishing-Angriffen auf Hunderte Organisationen in Verbindung gebracht hatte. Nach Berichten geht diese Gruppe dabei so vor, dass sie Beschäftigte über deren private Mobiltelefone kontaktiert, sich als interner IT-Support ausgibt und sie unter dem Vorwand einer dringenden Sicherheitsmigration auf nachgebaute Anmeldeseiten lenkt, über die Zugangsdaten und Zwei-Faktor-Codes in Echtzeit abgefangen werden.

Nach erfolgreichem Zugriff registrieren die Angreifer eigene Geräte für die Zwei-Faktor-Authentifizierung und entfernen die legitimen Geräte der Opfer. Nach Angaben von Reuters wurden über einen Zeitraum von rund fünf Wochen mehr als 200 Unternehmen von vergleichbaren, telefonbasierten Social-Engineering-Angriffen getroffen. Inhabern eines Levi’s-Kundenkontos wird empfohlen, ihre Konten bis auf Weiteres auf verdächtige Aktivitäten zu prüfen und Auffälligkeiten umgehend dem Unternehmen zu melden.

Anzeige

(red)

Anzeige

Weitere Artikel

Newsletter
Newsletter Box

Mit Klick auf den Button "Jetzt Anmelden" stimme ich der Datenschutzerklärung zu.