Lücke zwischen Einsatz und Nachweis

74 %der Großunternehmen nutzen KI: Die Hälfte kann Nutzen nicht belegen

KI Jobs

Laut einer Plug-and-Play-Studie setzen 74 Prozent der Großunternehmen KI produktiv ein, die Hälfte kennt ihren tatsächlichen Nutzen nicht.

Amit Patel, Partner bei Plug and Play, fasste die Ergebnisse so zusammen:

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„Enterprise AI hat die Schwelle zum produktiven Einsatz überschritten, aber nicht die Schwelle zum belegbaren Nutzen. Fast drei Viertel der von uns befragten Unternehmen setzen KI bereits produktiv ein, doch die Hälfte kann den Return on Investment weiterhin nicht konsistent messen.“

Amit Patel, Partner bei Plug and Play

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Als Ursachen nennt die Studie fehlende Ausgangswerte vor der Einführung, uneinheitliche Berechnungsmethoden für den Nutzen, zu kurzfristig angelegte Messzeiträume sowie eine anhaltende Unterinvestition in die zugrunde liegende Datenbasis. Besonders deutlich zeigt sich die Lücke bei Unternehmen, die KI bislang nur in einem einzelnen Unternehmensbereich einsetzen: 74 Prozent von ihnen geben an, dass eine Bewertung des Nutzens entweder noch zu früh sei oder gar nicht erst erfasst werde.

Die Umfrage stützt sich dabei überwiegend auf Fortune-500- und Forbes-Global-2000-Unternehmen, bildet also vor allem die Spitze des Marktes ab. Nur 5 Prozent der befragten Unternehmen bezeichnen sich selbst als vollständig KI-nativ, während 37 Prozent KI innerhalb eines einzelnen Unternehmensbereichs und weitere 32 Prozent bereichsübergreifend einsetzen.

Datenschutz und Nachvollziehbarkeit wichtiger als reine Leistung

Bei der Anbieterauswahl hat sich die Prioritätensetzung der Unternehmen deutlich verschoben: 92 Prozent der Befragten nennen Datenschutz, Erklärbarkeit und Compliance als wichtigste Auswahlkriterien, noch vor der reinen Leistungsfähigkeit mit 74 Prozent und Flexibilität mit 53 Prozent. Auch bei der organisatorischen Zuständigkeit für KI zeigt sich ein uneinheitliches Bild: Nur bei 21 Prozent der Unternehmen liegt die Verantwortung bei einer zentralen KI-Führungsposition oder einem eigenen Kompetenzzentrum, bei 37 Prozent liegt sie dagegen bei einzelnen Fachbereichen.

Weitere Marktentwicklungen unterstreichen den Handlungsdruck

Der Fachdienst MarketScale ordnet die Ergebnisse zusätzlich in zwei parallele Entwicklungen ein. Zum einen konsolidieren nach Berichten von Forbes-Mitarbeiter Gaurav Sharma etablierte Industriekonzerne wie Schneider Electric und Siemens den Markt für industrielle KI durch mehrere milliardenschwere Übernahmen, wodurch KI-Funktionen zunehmend direkt in ohnehin genutzte Infrastrukturplattformen eingebettet statt separat zugekauft werden. Zum anderen warnt eine weitere Forbes-Analyse von Jason Snyder davor, dass Unternehmen zentrales Geschäftswissen zunehmend in Modelle und Plattformen auslagern, die ihnen selbst nicht gehören, ohne die entsprechenden Vertragsbedingungen zu Datenhoheit, Modell-Updates und Ausstiegsrechten vorab genau zu prüfen.

Für IT- und Beschaffungsverantwortliche empfiehlt MarketScale auf dieser Grundlage konkret, bestehende Verträge mit KI-Anbietern ebenso genau wie ERP- oder Cloud-Verträge auf Datenportabilität, Prüfrechte und den Umgang mit eigenen Trainingsdaten im Falle einer Kündigung zu untersuchen, sowie jede produktive KI-Einführung von vornherein an eine konkret benannte Geschäftskennzahl zu koppeln, statt die Wirksamkeitsmessung erst nachträglich vorzunehmen.

(red)

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