Gemeinsamer Standard für KI-Agenten

KI-Anbieter einigen sich auf gemeinsames Paketformat für Agenten-Erweiterungen

AI Agent
Bildquelle: Krot_Studio/Shutterstock.com

Große KI-Anbieter haben sich auf einen gemeinsamen offenen Standard geeinigt, mit dem sich Erweiterungen für KI-Agenten erstmals herstellerübergreifend nutzen lassen.

Am 6. August veröffentlichte das technische Steuerungsgremium des Projekts die Version 1.0.0 der Spezifikation. Initiiert wurde der Vorschlag ursprünglich von Vercel, gemeinsam mit Vertretern von Amazon, Anysphere, GitHub, Microsoft und OpenAI weiterentwickelt. Das Format bündelt zwei in der Branche bereits verbreitete Bausteine in einem einheitlichen Ordnerformat: sogenannte Agent Skills, wiederverwendbare Anweisungspakete, die einem KI-Agenten Arbeitsschritte und Kontext für bestimmte Aufgaben mitgeben, sowie MCP-Server, über die Agenten mit externen Werkzeugen und Datenquellen verbunden werden. Bislang mussten Entwickler beide Bausteine für jedes einzelne KI-Produkt separat verpacken und anpassen, etwa unterschiedlich für Claude, Cursor, Gemini oder ChatGPT, selbst wenn die zugrunde liegende Funktion identisch war.

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Ein Agent Plugin besteht im Kern lediglich aus einem Ordner mit einer zentralen Manifestdatei namens plugin.json sowie optional enthaltenen Skill- und MCP-Konfigurationen. Zum Start unterstützen unter anderem ChatGPT, Codex, Cursor, GitHub Copilot, Kiro und Visual Studio Code das neue Format. Google kündigte am selben Tag seinen Beitritt zum Lenkungskreis an und stellte mit der Agents CLI sowie dem Data Agent Kit zwei erste eigene, auf dem Standard basierende Produkte vor.

Bewusst nur ein KI-Verpackungsformat, keine Sicherheitsvorgaben

Auffällig ist, dass Anthropic nicht zu den Mitentwicklern des neuen Standards zählt, obwohl sowohl das Konzept der Agent Skills als auch das zugrunde liegende Model Context Protocol ursprünglich von dem Unternehmen entwickelt und als offener Standard veröffentlicht wurden. Nach Angaben von Fachmedien lassen sich Agent Plugins jedoch auch für Claude Code nutzen, da ein zugehöriges Kommandozeilenwerkzeug das portable Format automatisch in Claudes eigenes Plugin-System übersetzt.

Die Entwickler des Standards betonen ausdrücklich, dass Version 1.0.0 bewusst nur ein reines Paketformat definiert. Weder Installationsmechanismen noch Verteilungswege, Berechtigungsmodelle, Sandbox-Vorgaben oder Anforderungen an die Überprüfung von Herkunft und Vertrauenswürdigkeit sind Teil der Spezifikation, ebenso wenig Vorgaben zur eigentlichen Nutzererfahrung. Wie Unternehmen, einzelne Entwickler oder andere Organisationen mit dem Format konkret umgehen, insbesondere bei Fragen der Sicherheit und Berechtigungen, bleibt damit vollständig ihnen selbst überlassen. Google rät Entwicklern in seiner eigenen Dokumentation zudem ausdrücklich, sich vor der Nutzung zu fragen, ob ein Plugin für den eigenen Anwendungsfall überhaupt nötig ist: Wer nur einen einzelnen MCP-Server für einen einzelnen Client bereitstellen wolle, komme mit einer einfachen mcp.json-Datei weiterhin einfacher zum Ziel.

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(red)

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