Trotz des deutlichen Rückgangs auf 79.000 offene Posten bleibt die Lage auf dem IT-Arbeitsmarkt angespannt. KI dient dabei zunehmend als Lückenbüßer.
Die Zahl der unbesetzten IT-Stellen in Deutschland ist im Vergleich zu 2023 (149.000) und 2025 (109.000) auf aktuell 79.000 gesunken und hat sich damit innerhalb von drei Jahren fast halbiert. Dennoch bewerten 78 Prozent der Unternehmen die Lage weiterhin als angespannt: 97 Prozent berichten von Schwierigkeiten bei der Besetzung offener Stellen.
Ursachen sind vor allem fehlende Qualifikationen bei neuen Technologien, mangelnde Bewerbungseingänge sowie Sprachhürden. Die am häufigsten gesuchten Profile bleiben klassische Disziplinen:
- IT-Administration & Systembetrieb: 26 %
- Softwareentwicklung & -architektur: 17 %
- Cloud & Infrastruktur: 14 %
- KI-Spezialisten: 12 %
- IT-Sicherheit: 11 %

Künstliche Intelligenz als Ergänzung für IT-Fachkräfte statt Stellenkiller
Der Einsatz von KI in IT-Abteilungen wächst (42 Prozent nutzen die Technologie bereits), führt bisher jedoch kaum zu Kündigungen:
- Kaum Stellenabbau: 85 Prozent der KI-nutzenden Unternehmen haben durch den Einsatz bislang keine IT-Jobs gestrichen. Die Mehrheit (65 Prozent) rechnet auch künftig nicht mit KI-bedingtem Stellenabbau.
- Kompensation von Vakanzen: Mehr als ein Drittel der Unternehmen (35 Prozent) nutzt KI gezielt dort, wo freie IT-Stellen dauerhaft nicht besetzt werden können.
- Wandel der Berufsbilder: 74 Prozent erwarten, dass die strategische Steuerung von KI an Bedeutung gewinnt. Gleichzeitig fallen klassische Einstiegs- und Routineaufgaben zunehmend weg (61 Prozent), was den Druck zur kontinuierlichen Weiterbildung erhöht.

„KI kann Aufgaben übernehmen, die bislang etwa von Entwicklerinnen und Entwicklern erledigt wurden. Das bedeutet aber nicht, dass IT-Fachkräfte überflüssig werden. KI verändert ihre Aufgaben und die gefragten Kompetenzen – und schafft zugleich neue Tätigkeitsfelder.“
Dr. Ralf Wintergerst, Bitkom-Präsident
(bitkom/red)