Deutschland punktet bei Forschung, doch bei digitalen Technologien und Unternehmenskultur hinkt das Land hinterher. Wo es nach Angaben des deutschen Patent- und Markenamts hapert.
Deutschland kommt in der Rangliste der innovativsten Länder nicht nach vorn. Es liegt im Innovationsindex der UN-Organisation für geistiges Eigentum (Wipo) wie 2025 auf Platz 11, abgerutscht von Platz 8 seit 2022.
Die innovativsten Länder bleiben die Schweiz, Schweden und die USA, Südkorea und Singapur. Vor Deutschland liegen noch Großbritannien, die Niederlande, Finnland, Dänemark und China.
Deutschland bei Forschung gut
Der Index zeigt, dass Deutschland ein robustes Innovationssystem hat, wie das deutsche Patent- und Markenamt in München betont. Es warnt aber, dass die Bundesrepublik in mehreren, für die wirtschaftliche Entwicklung wichtigen Indikatoren deutlich schwächer abschneide als die meisten Länder der Spitzengruppe.
«Es muss uns besser gelingen, die Ergebnisse in geschützte Innovationen und dann in attraktive Produkte und Geschäftsmodelle zu überführen, insbesondere beim Anwenden von Digitaltechnologien», sagte die Präsidentin des Deutschen Patent- und Markenamts, Eva Schewior.
Die Wipo untersucht rund 80 Indikatoren in fast 140 Ländern, von Forschung und Entwicklung über den Handel mit Hochtechnologie bis hin zu qualifizierten Arbeitsplätzen und der Lizenzierung von geistigem Eigentum.
Schwäche bei digitalen Informationstechnologien
Bei der Nutzung digitaler Informationstechnologien liegt Deutschland nur auf Rang 60, drei Positionen schlechter als im Vorjahr. Rang 94 ist es beim Zufluss ausländischer Direktinvestitionen. Nur auf Platz 36 landet Deutschland beim Indikator «Kultur und Maßnahmen zur Förderung von Unternehmertum». Mit Kultur sind die sozialen und kulturellen Normen gemeint, die unternehmerisches Handeln fördern oder hemmen.
Hoch bewertet wird Deutschland unter anderem bei Humankapital und Forschung (Rang 3) und dem Anteil an Absolventinnen und Absolventen in Ingenieurswissenschaften (Rang 5).
Künstliche Intelligenz und Kapital
Künstliche Intelligenz treibt den Einsatz von Risikokapital in die Höhe, wie die Wipo weiter berichtet: Die Summe für innovative Start-ups und Geschäftsideen stieg 2025 um 28 Prozent auf 510 Milliarden Dollar (450 Mrd. Euro). Das sei der stärkste jährliche Zuwachs seit 2021. Auf KI entfielen 53 Prozent des weltweiten Risikokapitals, und im ersten Halbjahr 2026 seien es sogar 77 Prozent gewesen. Insgesamt dürften die Ausgaben für Forschung und Entwicklung in diesem Jahr um 3,6 Prozent auf 3,4 Billionen Dollar wachsen, so die Wipo.
dpa