In Halle und Querfurt sind binnen einer Woche Warnsirenen ohne erkennbaren Grund losgegangen. Die Stadt Halle spricht von einem Cyberangriff, das LKA ermittelt.
Zwei Vorfälle mit Katastrophenschutzsirenen beschäftigen derzeit die Ermittler in Sachsen-Anhalt, wie der MDR berichtet. Mitte Januar heulten zunächst in Halle die Warnsirenen rund eine Viertelstunde lang, dabei wurde auf Englisch vor einem bewaffneten Angreifer gewarnt. Eine Woche später aktivierte sich das System in Querfurt eigenständig. Hier erfolgte die Durchsage auf Deutsch.
Technisch unterschiedliche Infrastruktur
Nach Angaben des Landeskriminalamts gegenüber dem MDR nutzen beide Städte verschiedene Sirenensysteme von unterschiedlichen Herstellern. In Querfurt war die abgespielte Ansage bereits im System vorhanden, in Halle hingegen gab es die englischsprachige Warnung. Das LKA hat die Untersuchungen von der örtlichen Polizei übernommen und schließt bislang einen Zusammenhang aus. Weitere ähnliche Vorfälle im Land sind nicht bekannt. Halle selbst bewertet den Vorfall derweil als Cyberangriff. Die Ermittlungen laufen in verschiedene Richtungen, wie das LKA mitteilt.
Experten des Feuerwehrverbands eingebunden
Der Deutsche Feuerwehrverband hat Fachleute für IT-Sicherheit und kritische Infrastrukturen zur Unterstützung bereitgestellt. Diese analysieren mögliche Schwachstellen, werten verfügbare Informationen zu Bedrohungslagen aus und prüfen Risiken für weitere kommunale Einrichtungen.
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