Studie

Fachkräftemangel treibt deutsche Unternehmen ins Ausland

Fachkraeftemangel

Der anhaltende Fachkräftemangel führt dazu, dass deutsche Unternehmen ihre Personalsuche zunehmend über die Landesgrenzen hinaus ausweiten.

Eine Studie von Remote unter 500 HR- und Unternehmensverantwortlichen zeigt, dass internationale Rekrutierung inzwischen für viele Firmen zu einem wichtigen Bestandteil ihrer Personalstrategie wird.

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Fehlende Fachkräfte bremsen das Geschäft

Wie groß der Handlungsdruck ist, zeigt der Blick auf die Unternehmensziele: 75 Prozent der Befragten konnten in den vergangenen zwölf Monaten mindestens ein wichtiges Vorhaben nicht wie geplant umsetzen, weil passende Fachkräfte fehlten. Betroffen waren unter anderem Produkteinführungen, Expansionspläne und Umsatzziele.

Gleichzeitig wird die Suche auf dem heimischen Arbeitsmarkt schwieriger. 81 Prozent der Befragten geben an, dass es heute schwieriger sei als noch vor einem Jahr, lokal qualifizierte Mitarbeiter zu finden.

Für viele Unternehmen liegt die Konsequenz deshalb auf der Hand: Sie suchen verstärkt in anderen Ländern. 38 Prozent haben ihre internationale Suche nach Fachkräften bereits intensiviert, weitere 36 Prozent haben ihre Rekrutierung auf zusätzliche Auslandsmärkte ausgeweitet.

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Internationale Einstellungen werden zum festen Bestandteil

Der Trend dürfte sich nach Einschätzung der Befragten weiter verstärken. 82 Prozent würden ihre Suche nach Mitarbeitern im Ausland ausbauen, wenn eine grenzüberschreitende Einstellung ähnlich einfach und risikoarm wäre wie die Beschäftigung im eigenen Land.

Bis Ende 2026 erwarten die Unternehmen im Durchschnitt, dass 57 Prozent ihrer Neueinstellungen außerhalb des Landes erfolgen, in dem ihr Unternehmen hauptsächlich tätig ist.

Auch der Einsatz flexibler Beschäftigungsmodelle nimmt zu. Bei Unternehmen, die mit Auftragnehmern oder Freelancern arbeiten, haben 86 Prozent deren Einsatz innerhalb der vergangenen zwei Jahre ausgeweitet. Internationale Beschäftigung entwickelt sich damit zunehmend von einer ergänzenden Option zu einem Bestandteil der regulären Personalplanung.

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Rechtliche Risiken bleiben eine Herausforderung

Mit der Internationalisierung steigt allerdings auch die administrative und rechtliche Komplexität. Besonders deutlich wird dies bei Freelancern und Auftragnehmern: 99 Prozent der entsprechenden Unternehmen berichten, in den vergangenen 24 Monaten mit rechtlichen, administrativen oder Compliance-Fragen konfrontiert gewesen zu sein.

Als wichtigstes Motiv für die stärkere Nutzung von Auftragnehmern nennen 30 Prozent den Umgang mit sich verändernden arbeitsrechtlichen Anforderungen. Damit geht es bei flexiblen Beschäftigungsformen offenbar nicht allein um Kosten oder kurzfristige Kapazitäten, sondern auch um die Fähigkeit, auf regulatorische Veränderungen zu reagieren.

Gleichzeitig zeigt die Studie eine mögliche Diskrepanz zwischen der eigenen Einschätzung und der tatsächlichen Komplexität. 91 Prozent der Befragten sind überzeugt, dass ihre Beschäftigungsmodelle die jeweils geltenden lokalen arbeitsrechtlichen Vorgaben erfüllen. Dem steht gegenüber, dass nahezu alle Unternehmen mit entsprechenden regulatorischen Herausforderungen zu tun hatten.

Beschäftigung über Grenzen hinweg erfordert neue Prozesse

Für Unternehmen bedeutet die Entwicklung daher mehr als eine größere Auswahl potenzieller Bewerber. Wer Mitarbeiter in verschiedenen Ländern beschäftigt, muss unter anderem lokale Arbeitsrechtsvorgaben, Gehaltsabrechnungen und administrative Prozesse berücksichtigen.

Job van der Voort, Mitgründer und CEO von Remote, sieht darin eine zentrale Herausforderung für Unternehmen: „Immer mehr deutsche Unternehmen stellen im Ausland ein, weil sie die benötigten Kompetenzen im eigenen Land nicht finden. Doch die richtige Person zu finden, ist nur der erste Schritt.“

Entscheidend sei anschließend, internationale Mitarbeiter schnell einzustellen, korrekt zu bezahlen und die jeweiligen gesetzlichen Anforderungen an ihrem Wohnort einzuhalten. Dass 82 Prozent der Befragten bei geringeren Hürden ihre internationale Rekrutierung ausweiten würden, wertet van der Voort als Hinweis auf eine bestehende Lücke zwischen dem Personalbedarf der Unternehmen und den Strukturen für grenzüberschreitende Beschäftigung.

Die Ergebnisse machen damit deutlich: Der Fachkräftemangel verändert nicht nur, wo Unternehmen nach Mitarbeitern suchen. Er zwingt sie auch dazu, ihre Prozesse für Einstellung, Vergütung und Compliance international auszurichten.

(red/Remote)

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