Speicherkrise weitet sich aus

Enterprise-SSDs kosten inzwischen 18,6-mal mehr als Festplatten pro Terabyte

Festplatte, HDD, SSD

Laut VDURA kostet eine 30-Terabyte-Enterprise-SSD inzwischen 22.600 US-Dollar, das 6,5-Fache des Preises von vor einem Jahr.

Eine vergleichbare Festplatte kostet dagegen 1.216 US-Dollar, womit Flash-Speicher pro Terabyte derzeit das 18,6-Fache einer Festplatte kostet. Auf Basis dieser Zahlen käme ein reiner Flash-Speicheraufbau für 25 Petabyte KI-Speicherkapazität auf rund 51,6 Millionen US-Dollar, ein hybrider Aufbau aus SSDs und Festplatten dagegen auf etwa 12,86 Millionen US-Dollar. Der August-Bericht von VDURA verzeichnet dabei für Juli einen weiteren Preisanstieg bei Flash-Speicher von 5 Prozent, nachdem sich das Preisverhältnis zwischen TLC-Flash und Festplatten von einem Höchststand des 23,2-Fachen im ersten Quartal bereits leicht entspannt hatte. Auch der Festplattenpreis selbst zog deutlich an: Laut VDURA stieg der Preis für eine 30-Terabyte-Festplatte von 495 US-Dollar im dritten Quartal 2025 auf inzwischen 1.216 US-Dollar, das 2,5-Fache.

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Erik Salo, Senior Vice President für Marketing und Geschäftsbetrieb bei VDURA, ordnete die Entwicklung so ein, dass es sich bei den hohen Flash-Preisen um ein strukturelles, nicht vorübergehendes Phänomen handle. Nach Zahlen des Marktforschungsunternehmens TrendForce steigen die NAND-Vertragspreise im dritten Quartal um weitere 10 bis 15 Prozent, nachdem sie im zweiten Quartal bereits um 70 bis 75 Prozent und im ersten Quartal um 55 bis 60 Prozent gestiegen waren, wobei Enterprise-SSD-Vertragspreise im ersten Quartal allein um rund 80 Prozent zulegten.

SSD und Festplatte: Hybridlösung nur theoretisch verfügbar

Der als günstigere Alternative genannte Hybridansatz aus Festplatten und SSDs lässt sich in der Praxis derzeit jedoch kaum umsetzen, da sowohl Seagate als auch Western Digital gegenüber Investoren erklärt haben, ihre Produktion von Nearline-Festplatten sei bis 2027 vollständig ausverkauft. Western-Digital-Chef Irving Tan erklärte bereits im Februar, verbindliche Bestellungen der sieben größten Kunden des Unternehmens sowie Vereinbarungen mit drei der fünf größten Kunden reichten bereits bis 2027 und 2028.

Seagate-Chef Dave Mosley bestätigte im April, die eigene Nearline-Kapazität sei über sogenannte Build-to-Order-Verträge bis Ende 2027 nahezu vollständig verplant. Wer über keinen entsprechenden Liefervertrag verfügt, zahlt Berichten zufolge deutlich höhere Spotmarktpreise für Festplatten, laut einer Einschätzung von Rosenblatt-Securities-Analyst Sajal Dogra liegt der entsprechende Aufschlag bei 30 bis 40 Prozent gegenüber den offiziell gelisteten Preisen.

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VDURA selbst vertreibt Speichersysteme, die genau auf einer solchen Kombination aus Flash- und Festplattenspeicher basieren, und passte den eigenen Index bereits einmal rückwirkend an, nachdem der ursprünglich im Januar für das erste Quartal 2026 genannte TLC-Preis von 10.950 US-Dollar im Juni auf 17.500 US-Dollar korrigiert worden war. Auch unabhängige Daten bestätigen den grundsätzlichen Trend, wonach Verbraucher-SSD-Preise im selben Zeitraum um bis zu 220 Prozent gestiegen sind.

(red)

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