Im neuen Bitkom-DESI-Index 2026 landet Deutschland unter den 27 EU-Staaten nur auf Platz 17, drei Plätze schlechter als im Vorjahr.
Deutschland erreicht im aktuellen Index 51,1 von 100 Punkten, nach 50,1 Punkten und Platz 14 im Vorjahr sowie Platz 13 im letzten offiziellen DESI-Ranking der EU-Kommission 2022. Bitkom bildet den Index seit der Einstellung des offiziellen EU-Gesamtrankings 2023 selbst nach der etablierten EU-Methodik aus 44 Einzelindikatoren der Kommission nach. An der Spitze des aktuellen Rankings steht Dänemark mit 76,4 Punkten, vor Finnland, den Niederlanden, Malta und Luxemburg. Die Schlusslichter bilden Rumänien, Bulgarien und die Slowakei. Bitkom-Präsident Ralf Wintergerst kommentierte:
„Deutschland macht Fortschritte bei der Digitalisierung, aber andere Länder sind schneller. Wer im digitalen Wettbewerb nach vorne will, muss nicht nur besser, sondern auch schneller werden.“
Ralf Wintergerst, Bitkom-Präsident
Größte Rückstände bei Verwaltung und Infrastrukturnutzung
In der Kategorie digitale Transformation von Unternehmen fällt Deutschland von Platz 8 auf Platz 11 zurück, bleibt aber unter den fünf größten EU-Ländern auf Platz 1, unter anderem wegen einer im EU-Vergleich leicht besseren Entwicklung bei der Zahl der Unicorns. Bei der Qualität der digitalen Infrastruktur liegt Deutschland ebenfalls auf Platz 11, mit einer 5G-Abdeckung von 99,5 Prozent der Haushalte über dem EU-Durchschnitt von 96,8 Prozent. Bei der tatsächlichen Nutzung dieser Infrastruktur reicht es dagegen nur für Platz 21, da nur 7 Prozent der Bevölkerung einen Breitbandanschluss mit mindestens 1.000 Mbit/s nutzen.
Bei den digitalen Kompetenzen verbessert sich Deutschland von Platz 15 auf Platz 11, mit einem IT-Fachkräfteanteil von 5,5 Prozent an allen Beschäftigten gegenüber 5,0 Prozent im EU-Durchschnitt. Am schwächsten schneidet Deutschland bei der Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung ab, mit Platz 22 von 27 nach Platz 21 im Vorjahr. Digitale Verwaltungsangebote nutzen hierzulande 69,6 Prozent der Internetnutzer, EU-weit sind es 76,0 Prozent, bei vorausgefüllten Formularen erreicht Deutschland 52,0 von 100 Punkten gegenüber einem EU-Durchschnitt von 75,9 Punkten.
Wintergerst forderte als Konsequenz eine Beschleunigung von Digitalprojekten, etwa bei Unternehmensgründungen, Genehmigungen für Rechenzentren und Mobilfunkmasten sowie beim KI-Einsatz in Unternehmen, verbunden mit weniger Bürokratie, einfacheren Berichtspflichten, digitalen Identitäten und dem sogenannten Once-Only-Prinzip, wonach Bürger und Unternehmen ihre Daten dem Staat nur einmal mitteilen müssen.
(red/Bitkom)