Weiterhin ein Stapel Papier

Digital oder analog? So handhaben Deutsche ihre Reisedokumente

Reisedokumente

Ob digitale Bordkarte, Hotelbuchung oder Versicherungsnachweis – viele Reisedokumente lassen sich heute problemlos auf dem Smartphone speichern.

Trotzdem setzt die Mehrheit der deutschen Reisenden weiterhin auf Papier: Laut einer Untersuchung der Reise-eSIM-App Saily drucken 72 Prozent zumindest gelegentlich Unterlagen für ihre Reise aus.

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32 Prozent der Befragten machen dies häufig, weitere 40 Prozent greifen zumindest hin und wieder zum Drucker. Nur 28 Prozent verzichten vollständig auf Papier.

Papier bleibt für viele ein Sicherheitsnetz

Die Zahlen zeigen, dass die Digitalisierung das Reiseverhalten zwar verändert hat, traditionelle Gewohnheiten aber weiterhin bestehen. Gerade bei wichtigen Unterlagen scheint das ausgedruckte Dokument für viele Reisende zusätzliche Sicherheit zu vermitteln.

Dabei können moderne Smartphones wichtige Informationen auch ohne Internetverbindung verfügbar machen. Buchungsbestätigungen, Tickets und andere Unterlagen lassen sich vor der Abreise herunterladen und bei Bedarf offline abrufen.

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„Während das Ausdrucken von Reisedokumenten vor dem Smartphone-Zeitalter noch sinnvoll war, dient es heute oft nur noch einem reinen Sicherheitsgefühl“, sagt Vykintas Maknickas, CEO von Saily.

Papier kann selbst zum Datenschutzproblem werden

Eine ausgedruckte Bordkarte oder Hotelbestätigung wirkt zunächst harmlos. Allerdings enthalten solche Dokumente häufig personenbezogene Informationen wie Namen, Buchungsnummern, Kontaktdaten oder andere Angaben zur Reise.

Geht eine solche Unterlage verloren oder landet sie nach der Reise ungeschreddert im Papierkorb, können Dritte unter Umständen auf diese Informationen zugreifen. Die Daten könnten beispielsweise für gezielte Phishing-Versuche oder andere Betrugsversuche genutzt werden.

Papier sollte deshalb nicht automatisch als sicherere Alternative zur digitalen Speicherung betrachtet werden. Entscheidend ist vielmehr, wie sorgfältig die jeweiligen Informationen geschützt werden.

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Auch das Smartphone braucht Vorbereitung

Wer weitgehend papierlos reisen möchte, sollte sich nicht allein auf eine bestehende Internetverbindung verlassen. Gerade im Ausland oder bei technischen Problemen kann der Zugriff auf Online-Konten eingeschränkt sein.

Eine sinnvolle Vorbereitung besteht deshalb darin, wichtige Dokumente bereits vor Reisebeginn auf dem Smartphone zu speichern. Dabei sollte der Offline-Zugriff gewährleistet sein. Gleichzeitig sollte das Gerät durch einen sicheren Zugangscode und möglichst zusätzliche biometrische Authentifizierung geschützt werden.

Für besonders wichtige Unterlagen kann eine zusätzliche, sicher aufbewahrte Kopie sinnvoll sein. Entscheidend ist, die Zahl der physischen Dokumente auf das tatsächlich notwendige Maß zu begrenzen.

Bordkarten gehören nicht in soziale Netzwerke

Ein weiteres Risiko entsteht, wenn Reisende ihre Unterlagen öffentlich teilen. Fotos von Bordkarten, Reisepässen oder Hotelbuchungen sollten deshalb nicht in sozialen Netzwerken veröffentlicht werden.

Selbst wenn sichtbare persönliche Daten auf einem Foto teilweise verdeckt werden, können weitere Informationen enthalten bleiben. Dazu gehören beispielsweise Barcodes oder Buchungsreferenzen. Solche Angaben können für Betrugsversuche oder gezielte Phishing-Angriffe interessant sein.

„Ein Urlaubsfoto mit der Bordkarte mag vielen harmlos erscheinen, aber sie bleibt ein wichtiges Reisedokument“, warnt Maknickas.

So lassen sich Reisedaten besser schützen

Für einen möglichst sicheren Umgang mit Reiseunterlagen empfiehlt sich eine Kombination aus digitaler Vorbereitung und wenigen physischen Backups:

  • Nur die Unterlagen ausdrucken, die tatsächlich benötigt werden.
  • Wichtige Dokumente vor der Abreise für den Offline-Zugriff auf dem Smartphone speichern.
  • Das Smartphone mit einem starken Zugangscode und biometrischer Authentifizierung schützen.
  • Papierkopien sicher und nicht gemeinsam mit Reisepass oder Zahlungskarten aufbewahren.
  • Ausgediente Unterlagen nach der Reise sicher vernichten.
  • Fotos von Bordkarten, Pässen und Buchungsbestätigungen nicht öffentlich teilen.

Digital ist nicht automatisch sicherer

Die Entwicklung hin zum papierlosen Reisen kann den Umgang mit persönlichen Daten vereinfachen, beseitigt Sicherheitsrisiken aber nicht vollständig. Entscheidend ist, dass Reisende sowohl digitale als auch physische Unterlagen bewusst verwalten.

Ein Smartphone mit offline gespeicherten Dokumenten kann dabei eine praktische Alternative zu einem Stapel Papier sein. Für Notfälle bleibt eine begrenzte physische Absicherung sinnvoll – solange sie ebenso sorgfältig geschützt wird wie die digitalen Reiseinformationen.

(red/Saily)

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