Der Palo-Alto-Networks-Geschäftsführer erklärte, KI zwinge Unternehmen weltweit dazu, veraltete Cybersicherheitsinfrastruktur grundlegend zu modernisieren.
Palo-Alto-Networks-Geschäftsführer Nikesh Arora erklärte gegenüber CNBC:
Nichts, was vor sieben oder zehn Jahren eingesetzt wurde, ist darauf vorbereitet, Angriffe im Tempo einer Maschine tatsächlich abzuwehren.
Nikesh Arora, Palo-Alto-Networks-Geschäftsführer
Unternehmen müssten ihre gesamte Sicherheitsarchitektur daher grundlegend neu denken. Im Rahmen der eigenen Quartalszahlen-Telefonkonferenz bezifferte Arora die weltweit noch zu modernisierende Cybersicherheitsinfrastruktur konkret auf rund 1 Billion US-Dollar, notwendig, um automatisierten Bedrohungen zu begegnen, die inzwischen praktisch augenblicklich agierten. Palo Alto Networks selbst übertraf mit den eigenen Quartalszahlen die Erwartungen der Analysten und gab einen entsprechend positiven Ausblick auf das kommende Geschäftsjahr.
Bemerkenswert ist dabei die Kehrtwende in der Wahrnehmung: Noch vor rund neun Monaten habe man in der Investorenwelt regelrecht als dem Untergang geweiht gegolten, da leistungsfähigere KI-Modelle klassische Sicherheitssoftware angeblich verdrängen würden. Inzwischen habe sich gezeigt, dass dies offenbar nicht der Fall sei, da Angreifer dieselbe Technologie ebenso für eigene Zwecke einsetzen könnten, wodurch KI für die Sicherheitsbranche selbst zunehmend als Wachstumstreiber statt als Bedrohung wahrgenommen werde.
Verweis auf Vorfälle mit besonders leistungsfähigen Modellen
Als Beleg für die veränderte Wahrnehmung verwies Arora unter anderem auf das von Anthropic vorgestellte Modell Mythos, das breite Aufmerksamkeit erregt habe, weil es sich vergleichsweise leicht zur Ausnutzung von Softwareschwachstellen einsetzen ließ, was Unternehmen dazu veranlasst habe, die eigenen Investitionen in Cybersicherheit zu beschleunigen.
Nach Angaben von Arora rechnet Palo Alto Networks damit, dass die Investitionsausgaben für Cybersicherheit in den kommenden fünf Jahren insgesamt höher ausfallen könnten als in den vergangenen zwei Jahrzehnten zusammen, während gleichzeitig branchenweit rund 5 Billionen US-Dollar in den Ausbau der zugrunde liegenden KI-Infrastruktur fließen sollen. Das Unternehmen selbst hatte zuletzt die israelische Sicherheitsfirma CyberArk für 25 Milliarden US-Dollar übernommen und mit Cortex AgentiX eine eigene Generation KI-gestützter Sicherheitsagenten vorgestellt, die unter menschlicher Aufsicht automatisiert auf Bedrohungen reagieren sollen.
(red)