Existenzbedrohung

Cyber-Angriffe treffen deutsche KMU härter als gedacht

Cyber Attack

Laut Hiscox sah jedes dritte betroffene deutsche KMU nach einem Cyber-Angriff seine Existenz erheblich gefährdet.

Der Versicherer Hiscox hat seinen Cyber Readiness Report 2026 veröffentlicht, für den das Marktforschungsinstitut Wakefield Research vom 5. bis 17. Juni 2026 insgesamt 6.800 Cybersicherheits-Fachleute und Entscheiderinnen und Entscheider in zehn Ländern befragte, darunter Deutschland, die USA, Frankreich, Spanien und das Vereinigte Königreich. Befragt wurden Verantwortliche in Unternehmen mit weniger als 250 Beschäftigten..

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Angriffe treffen den Kern des Geschäfts

Fast ein Drittel der deutschen KMU (31 Prozent) wurde im vergangenen Jahr laut Umfrage mindestens einmal erfolgreich angegriffen oder registrierte einen Angriffsversuch. Am häufigsten berichteten betroffene Unternehmen von Finanzbetrug durch sogenannte Payment Diversion, bei der Zahlungen auf betrügerische Konten umgeleitet werden (45 Prozent), gefolgt von DDoS-Attacken (42 Prozent), dem Missbrauch eigener IT-Ressourcen (40 Prozent), dem Verlust unverschlüsselter Daten (35 Prozent), dem Verlust verschlüsselter Daten (28 Prozent) sowie Ransomware- und Erpressungsfällen (27 Prozent).

Existenzbedrohung und lange Ausfallzeiten

Die wirtschaftlichen Folgen fallen der Umfrage zufolge deutlich gravierender aus als oft angenommen: Jedes dritte betroffene deutsche Unternehmen (33 Prozent) sah seine Zahlungsfähigkeit oder Existenz erheblich gefährdet, im weltweiten Durchschnitt waren es 25 Prozent. Im Schnitt stand der Betrieb betroffener deutscher Unternehmen 41,7 Stunden still, gegenüber 31,6 Stunden im globalen Durchschnitt.

03 Folgen DE vs global 1
Bildquelle: Hiscox
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Sorge um Reputation übertrifft tatsächliche Folgen

Bei der Risikowahrnehmung dominiert dagegen die Sorge um den eigenen Ruf: 48 Prozent der Befragten nennen Reputationsschäden als größte Befürchtung. Tatsächlich berichteten Betroffene der Umfrage zufolge deutlich seltener von negativer öffentlicher Wahrnehmung (25 Prozent), dem Verlust von Geschäftspartnern (21 Prozent) oder Kunden (18 Prozent) – die finanziellen und operativen Folgen wiegen den Angaben zufolge damit schwerer als die befürchteten Reputationsschäden.

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Versicherungsschutz und Investitionslücke

39 Prozent der deutschen KMU verfügen laut Umfrage über eine vollumfängliche eigenständige Cyber-Versicherung, gegenüber 31 Prozent im globalen Durchschnitt, weitere 32 Prozent decken Cyber-Risiken über eine andere Versicherung ab. Rund 29 Prozent der deutschen KMU haben demnach überhaupt keinen Versicherungsschutz gegen Cyber-Risiken. Bei den Investitionen in Cyber-Resilienz insgesamt zeigt sich eine Lücke zwischen Problembewusstsein und tatsächlicher Ausstattung: Zwar ergreifen 97 Prozent der Unternehmen entsprechende Maßnahmen, am häufigsten in Form aktualisierter Sicherheitsschulungen (65 Prozent), zusätzlichem Personal (59 Prozent) und Software (55 Prozent). Gleichzeitig geben 58 Prozent jährlich weniger als umgerechnet rund 8.700 Euro für Cyber-Resilienz aus, 12 Prozent investieren gar nichts. Klemens Lemke, Underwriting Manager Cyber bei Hiscox, erklärte dazu:

„Viele deutsche KMU sind für Cyberrisiken sensibilisiert und investieren in Absicherung. Ein erfolgreicher Angriff kann dennoch schnell existenziell werden. Im Ernstfall zählen vor allem Liquidität, Geschäftsbetrieb und schnelle Unterstützung.“

Klemens Lemke, Underwriting Manager Cyber bei Hiscox

Cyber-Sicherheit wird zur Managementaufgabe

41 Prozent der deutschen KMU koppeln nach einem Angriff mittlerweile die Vergütung der Führungsebene an Cybersicherheitsziele, gegenüber 32 Prozent im globalen Durchschnitt – ein Hinweis darauf, dass Cyber-Resilienz zunehmend als strategische Aufgabe der Unternehmensführung und nicht mehr allein als IT-Thema behandelt wird.

KI als zusätzlicher Risikofaktor

Als größte KI-bezogene Bedrohungen der kommenden fünf Jahre nennen deutsche KMU die gezielte Manipulation von Trainingsdaten, sogenanntes Data Poisoning (45 Prozent), Schwachstellen durch externe KI-Werkzeuge wie ChatGPT (44 Prozent), eine zu große Abhängigkeit von KI beziehungsweise nachlassende menschliche Kontrolle (43 Prozent) sowie das Risiko, dass KI-Systeme die Kontrolle über Unternehmensdaten übernehmen (43 Prozent).

06 KI Bedrohungen 1
Bildquelle: Hiscox

(red/Hiscox)

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