Schwarz Charité Health Data GmbH

Charité und Schwarz Digits gründen Joint Venture für Gesundheitsdaten

Charité
Bildquelle: nitpicker/Shutterstock.com

Die Berliner Universitätsklinik und die IT-Tochter der Schwarz-Gruppe wollen mit einer gemeinsamen Plattform die Vernetzung medizinischer Daten vorantreiben. Gehostet wird auf der hauseigenen STACKIT-Cloud.

Die Charité Universitätsmedizin Berlin und Schwarz Digits, die IT- und Digitalsparte der Schwarz-Gruppe (Lidl, Kaufland), haben die Gründung eines gemeinsamen Unternehmens vereinbart. Die künftige Schwarz Charité Health Data GmbH soll eine Plattform bereitstellen, die fragmentierte Gesundheitsdaten aus unterschiedlichen Kliniksystemen zusammenführt und nutzbar macht. Schwarz Digits hält dabei 75 Prozent der Anteile, die Charité die übrigen 25 Prozent.

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Datensilos im Klinikalltag

Im deutschen Gesundheitswesen ist die IT-Landschaft notorisch zersplittert. Kliniken arbeiten mit unterschiedlichen Systemen, die untereinander kaum kompatibel sind. Patientendaten liegen verstreut in proprietären Formaten vor, ein durchgängiger Informationsfluss zwischen Abteilungen oder gar Einrichtungen ist die Ausnahme. Die Folge: Behandlungsentscheidungen werden häufig auf unvollständiger Datenbasis getroffen, Forschungsprojekte scheitern an der mangelnden Verfügbarkeit strukturierter Daten.

Genau hier soll die Plattform HIVEPRO ansetzen. Sie verspricht, Gesundheitsdaten systemübergreifend zu harmonisieren und Kliniken die volle Souveränität über ihre Bestände zu lassen. Klinikbetreiber sollen ihre Daten unabhängig vom eingesetzten Quellsystem einbinden können.

STACKIT als Cloud-Fundament

Technologisch setzt das Joint Venture auf STACKIT, die Cloud-Plattform von Schwarz Digits. Die Datenverarbeitung soll vollständig in Deutschland stattfinden und europäischen Datenschutzstandards entsprechen. Schwarz Digits positioniert STACKIT seit einiger Zeit als souveräne Alternative zu den Hyperscalern aus den USA und betont regelmäßig die Unabhängigkeit von außereuropäischen Rechtsräumen.

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Die Partner betonen, auf erprobte Vorarbeiten zurückzugreifen. Namentlich verweisen sie auf das HiGHmed-Konsortium, das seit 2016 im Rahmen der Medizininformatik-Initiative des Bundes untersucht, wie medizinische Daten standortübergreifend strukturiert und für Forschung zugänglich gemacht werden können. Die dort gewonnenen Erfahrungen sollen in die Plattformentwicklung einfließen.

Lars

Becker

Stellvertretender Chefredakteur

IT Verlag GmbH

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