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OT-Sicherheit

BSI warnt vor offen erreichbaren Steuerungsanlagen

Nach dem Angriff auf Kühlanlagen französischer Supermärkte fordert das BSI Betreiber kleiner Anlagen auf, Steuerungen aus dem Internet zu nehmen.

BSI warnt vor offen erreichbaren Steuerungsanlagen
Bildquelle: T. Schneider/Shutterstock.com

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) fordert Betreiber von Steuerungsanlagen auf, aus dem Internet erreichbare Systeme nach dem Stand der Technik abzusichern. Dazu hat das Amt die Cybersicherheitsempfehlung BSI-CS 154 „Gefährdung durch internet-verbundene OT-Systeme” veröffentlicht. Sie richtet sich insbesondere an Betreiber kleiner industrieller oder vergleichbarer Anlagen, etwa zur Kühlung von Lebensmitteln oder zur Stromerzeugung.

„Die Vorfälle in Frankreich zeigen deutlich, wie Cyberangriffe unseren Alltag beeinflussen und stören können. Dieser Angriff hätte jedes Land treffen können und kann auch jetzt jederzeit Nachahmer finden.”
Claudia Plattner, BSI-Präsidentin

Kühlanlagen auf 50 Grad geheizt

Anlass ist ein Angriff auf Kühlanlagen in Supermärkten in Frankreich in der Nacht vom 11. auf den 12. Oktober. Die Angreifer manipulierten laut Berichten aus der Ferne die Steuerungen von Kühl- und Gefriermöbeln, lösten einen dauerhaften Abtauvorgang aus und setzten die Solltemperatur auf bis zu 50 Grad Celsius. Betroffen waren Filialen mehrerer Handelsketten, darunter Intermarché, Coopérative U und E.Leclerc. Lebensmittel verdarben, einige Märkte meldeten Brände. Die Pariser Staatsanwaltschaft und die französische Cybersicherheitsbehörde ANSSI ermitteln.

Ersten Erkenntnissen zufolge waren Steuerungen des dänischen Herstellers Danfoss betroffen, deren Wartungszugänge teils über das Internet erreichbar waren. Danfoss bestätigte gegenüber Reuters, dass ihm Vorfälle mit einer begrenzten Zahl von Kältemanagementsystemen in Frankreich bekannt seien. Die betroffenen Geräte liefen mit veralteter Technik. Das Sicherheitsunternehmen Claroty hatte bereits im August Schwachstellen in Danfoss-Steuerungen veröffentlicht, mit denen sich die Authentifizierung umgehen ließ. Ein Analyst des Sicherheitsunternehmens Sekoia nannte laut Reuters neben Frankreich auch Deutschland, Spanien, Portugal, Polen und Belgien als Länder mit exponierten Geräten. Bestätigte Vorfälle in Deutschland sind bislang nicht bekannt.

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Kein direkter Zugriff aus dem Internet

Als wichtigste Maßnahme empfiehlt das BSI, den direkten Zugriff aus dem Internet auf Steuerungssysteme zu unterbinden. Fernzugriffe sollten über VPN-Verbindungen und mit Multi-Faktor-Authentifizierung erfolgen. Eingesetzte Systeme sollen auf dem aktuellen Stand gehalten und Sicherheitsupdates kurzfristig eingespielt werden. Betreiber sollten zudem prüfen, ob ihre Geräte oder Anlagen aus dem Internet erreichbar sind, und entsprechende Gegenmaßnahmen treffen. Das BSI bezeichnet die Maßnahmen als leicht umsetzbar.

Erst Anfang Oktober hatte das niederländische Unternehmen Modat 8.547 aus dem Internet erreichbare Steuerungen von Solar- und Windkraftanlagen in Europa gefunden, ein Großteil davon in Spanien, Deutschland, Griechenland und Italien.

(red)

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