Wer die Registrierungspflicht für die NIS2-Richtlinie bisher ignoriert hat, bekommt noch einmal die Gelegenheit, das nachzuholen.
Die Behörde hat Wirtschaftsverbänden mitgeteilt, dass sie bis zum 31. Juli 2026 mit der vollständigen Umsetzung rechnet, wie der Tagesspiegel berichtet. Danach dürfte die Geduld des BSI enden. Die Ausgangslage ist eindeutig: Rechtlich war die Registrierung bereits im März dieses Jahres fällig. Das Gesetz gilt seit Dezember 2025 und verpflichtet schätzungsweise mehr als 29.000 Unternehmen in Deutschland. Faktisch blieb die Fristüberschreitung jedoch ohne Konsequenzen, weil das BSI die Pflicht nicht aktiv durchgesetzt hat. Genau das ändert sich jetzt offenbar.
Zum Fristablauf war nur ein Bruchteil registriert
Wie groß der Rückstand tatsächlich ist, zeigen Zahlen vom März: Zum Ablauf der gesetzlichen Frist hatten sich lediglich rund 11.500 Unternehmen und Institutionen über das BSI-Portal registriert. Bei geschätzten 29.000 Pflichtigen bedeutet das, dass zum Stichtag mehr als die Hälfte der betroffenen Einrichtungen die Anforderung ignoriert hatte. Immerhin: Allein in der letzten Woche vor Fristablauf kamen noch über 4.000 Registrierungen hinzu, was das BSI damals als Zeichen grundsätzlicher Compliance-Bereitschaft wertete.
Viele Unternehmen noch nicht einmal in der Prüfung
Was das aktuelle BSI-Schreiben an die Verbände außerdem offenbart: Ein erheblicher Teil der betroffenen Unternehmen hat sich bislang noch nicht einmal mit der grundlegenden Frage beschäftigt, ob und wie er registrierungspflichtig ist. Für diese Fälle hat das BSI eine Regelung vorgesehen. Wer konkrete offene Fragen gebündelt einreicht, erhält nach der Antwort der Behörde nochmals sechs Wochen für die Registrierung.
Bußgelder im Hintergrund
Für eine unterlassene Registrierung sieht das Gesetz Bußgelder von bis zu 500.000 Euro vor. Das BSI stellt diese Sanktionen kurzfristig nicht in den Vordergrund. Der Druck, den die Behörde aufbaut, ist dennoch real. Unternehmen, die ihre Betroffenheit noch nicht geprüft haben, sollten das bis Ende Juli tun.
(red)