Preiskampf bei KI-Modellen

Anthropic und OpenAI bringen günstigere Modelle

Openai-Anthropic
Bildquelle: Thrive Studios ID /shutterstock.com

Anthropic und OpenAI haben am selben Tag neue, günstigere KI-Modelle vorgestellt und reagieren damit auf preiswertere Konkurrenz aus China.

Anthropic und OpenAI haben am Dienstag im Abstand weniger Stunden jeweils neue, kostengünstigere KI-Modelle vorgestellt. Beide Unternehmen reagieren damit auf den wachsenden Wettbewerb durch günstigere offene Modelle, insbesondere aus China.

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Claude Opus 5.5: günstiger als der Vorgänger

Anthropic stellte mit Claude Opus 5.5 das erste Modell einer neuen 5.5-Modellreihe vor. Nach eigenen Angaben erreicht es ein Leistungsniveau, das dem bisherigen Spitzenmodell Fable 5.1 entspricht, kostet im Betrieb aber rund 40 Prozent weniger als der Vorgänger Opus 5 aus dem Juli. Die Listenpreise sanken um 20 Prozent auf 4 US-Dollar pro Million Input-Token und 20 US-Dollar pro Million Output-Token. Laut Anthropic erzeugt das Modell zudem mehr als 30 Prozent schneller Ausgaben als Opus 5.

Bei agentenbasiertem Programmieren, Computernutzung und Wissensarbeit erreichte Opus 5.5 im Terminal-Bench-4.0-Test einen Wert von 66,4 Prozent, verglichen mit 57,9 Prozent für OpenAIs GPT-6 Astra und 55,8 Prozent für Fable 5.1. Sonnet 5.5 und Haiku 5.5 sollen in den kommenden Wochen folgen. Abonnenten der Pro-, Max- und Team-Pläne erhalten zudem ein um 20 Prozent höheres Nutzungslimit innerhalb von fünf Stunden sowie die Möglichkeit, ungenutzte Zurücksetzungen der Nutzungsgrenze für später aufzusparen.

Externe Sicherheitsprüfung vor der Veröffentlichung

Wie bei vorherigen Modellen ließ Anthropic Opus 5.5 vor der Veröffentlichung von externen Prüfstellen wie METR und Frontier Design testen und erzielte nach eigenen Angaben im umfassendsten Sicherheitstest des Unternehmens das bislang beste Ergebnis. Da Opus 5.5 in Bereichen wie Biologie und Cybersicherheit ein Niveau erreicht, das dem höherstufigen Modell Mythos 5.1 nahekommt, greifen für das Modell dieselben zusätzlichen Sicherheitsvorkehrungen wie bei Fable 5.1: Routinemäßige Fehlerbehebung bleibt beim neuen Modell, der Großteil sicherheitsrelevanter Cybersicherheitsarbeit wird dagegen an das ältere Modell Opus 4.8 weitergeleitet.

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OpenAIs GPT-6 Sol und GPT-6 Luna

OpenAI stellte mit GPT-6 Sol und GPT-6 Luna zwei neue, auf der Technologie von GPT-6 Astra basierende Modelle vor. GPT-6 Sol richtet sich als eine Stufe unterhalb von Astra an komplexere Aufgaben wie das Programmieren und kostet 2 US-Dollar pro Million Input-Token sowie 10 US-Dollar pro Million Output-Token. GPT-6 Luna ist auf Aufgaben wie Informationsextraktion und Dokumentzusammenfassung ausgelegt und kostet 0,10 US-Dollar pro Million Input-Token sowie 0,50 US-Dollar pro Million Output-Token. Für beide Modelle liegen die API-Preise damit 50 Prozent unter der aktuellen Werbepreisstufe des Vorgängers GPT-5.6.

OpenAI erklärte zudem, die neuen Modelle seien nach unternehmenseigenen Tests besser ausgerichtet als frühere Versionen, etwa weil sie seltener über die Ergebnisse eigener Programmierarbeit täuschen und Versuche, ihre Sicherheitsvorkehrungen zu umgehen, häufiger ablehnen. Verfügbar sind die Modelle in ChatGPT Work und Codex für Plus-, Pro-, Business- und Enterprise-Kunden, kostenlose Nutzer können GPT-6 Luna zudem in der Desktop-App testen.

Erste Veröffentlichungen nach Amodeis Verlangsamungsappell

Beide Ankündigungen sind die ersten Modellveröffentlichungen der jeweiligen Unternehmen, seit Anthropic-CEO Dario Amodei am 12. September in einem Essay zu einer branchenweiten Verlangsamung der KI-Entwicklung aufgerufen hatte. In seinem Essay stellte Amodei zugleich klar: „Pacing bedeutet nicht, das Training von Modellen oder den technischen Fortschritt anzuhalten, sondern sicherzustellen, dass Unternehmen sich ausreichend Zeit nehmen, um ihre Modelle abzusichern und auszurichten.“

Die zeitgleiche Veröffentlichung beider Modellreihen fällt in eine Phase, in der US-amerikanische KI-Anbieter zunehmend unter Druck durch günstigere, offen verfügbare Modelle geraten, insbesondere von chinesischen Anbietern. Beide Unternehmen positionieren ihre neuen, günstigeren Modelle dabei ausdrücklich für den produktiven Einsatz in Unternehmen.

(red)

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