Acer stellt sich auf höhere PC-Preise ein. Grund sind anhaltend teure Speicherbauteile. Eine Entspannung erwartet das Unternehmen frühestens in der zweiten Jahreshälfte 2027
Wie die taiwanische Economic Daily News berichtet, rechnet Acer-Chairman Jason Chen für das vierte Quartal 2026 mit einer Preissteigerung von 5 bis 20 Prozent bei PC-Systemen. Auffällig dabei: Die Versorgungslage selbst hat sich eigentlich verbessert. Chen zufolge sind DDR4- und DDR5-Speicher mittlerweile ausreichend verfügbar, auch bei Prozessoren ist die Lage überwiegend stabil, mit Ausnahme einzelner Einsteiger-Modelle, die weiterhin knapp sind. Trotzdem haben Intel und AMD ihre CPU-Preise im Jahresverlauf mehrfach erhöht.
Speicher und SSDs bleiben teuer
Der eigentliche Preistreiber bleiben Arbeitsspeicher und SSDs. Trotz besserer Verfügbarkeit sind deren Kosten nicht gesunken. Für das dritte Quartal 2026 wird bei DRAM-Verträgen ein Anstieg von 13 bis 18 Prozent gegenüber dem Vorquartal erwartet, bei NAND-Flash-Speicher liegt die prognostizierte Steigerung bei 10 bis 15 Prozent.
Etwas Hoffnung macht Chen der wachsende Einfluss chinesischer Speicherhersteller. Laut Marktdaten von Counterpoint Research erreichte CXMT im zweiten Quartal 2026 bereits einen Anteil von 10 Prozent am globalen DRAM-Umsatz. Auch YMTC gewinnt im NAND-Segment an Bedeutung. CXMT soll darüber hinaus Berichten zufolge in die NAND-Fertigung einsteigen und ein zweites DRAM-Werk in Peking prüfen, mit einer möglichen Gesamtkapazität von rund 600.000 Wafern pro Monat, sollten die Pläne umgesetzt werden.
Für Kunden bedeutet das: Die Preise dürften zunächst weiter steigen. Acer geht davon aus, dass der Höhepunkt etwa Mitte 2027 erreicht wird. Erst wenn günstigere Speicher- und SSD-Kosten tatsächlich bei den fertigen Geräten ankommen, hält das Unternehmen eine Stabilisierung oder sogar sinkende Preise in der zweiten Jahreshälfte 2027 für möglich.
(red)