Produkte des täglichen Bedarfs automatisch nach Hause geliefert zu bekommen, gehört für viele Menschen inzwischen zum digitalen Alltag.
Ob Shampoo, Lebensmittel oder Waschmittel – Abo-Modelle im Onlinehandel setzen auf Bequemlichkeit und Planbarkeit. Kundinnen und Kunden wählen einmal ein Produkt aus und erhalten es anschließend in festgelegten Intervallen geliefert, oft verbunden mit kleinen Preisvorteilen.
Eine repräsentative Umfrage des Digitalverbands Bitkom unter gut 1.000 Online-Shopperinnen und -Shoppern in Deutschland zeigt, dass diese Form des Einkaufens bereits von einem Teil der Bevölkerung genutzt wird. Rund 23 Prozent der Befragten haben mindestens ein Spar- oder Nachbestell-Abo abgeschlossen.
Wie verbreitet sind Produkt-Abos wirklich?
Wer sich für automatische Lieferungen entscheidet, nutzt im Durchschnitt drei Abonnements parallel. Ein gutes Drittel der Nutzerinnen und Nutzer beschränkt sich auf ein einzelnes Abo, während knapp die Hälfte zwei bis vier regelmäßige Lieferungen eingerichtet hat. Eine kleinere Gruppe von etwa 16 Prozent greift sogar auf mehr als vier Abos zurück.
Die Angebote richten sich vor allem an Haushalte, die ihren Alltag effizient organisieren möchten und bei standardisierten Produkten keinen erneuten Kaufprozess wünschen.
Komfort trifft auf Zurückhaltung
Trotz dieser Entwicklung bleibt Abo-Commerce bislang ein Nischenphänomen. Mehr als zwei Drittel der Online-Käuferinnen und -Käufer verzichten vollständig auf Spar-Abos. Viele stehen dem Modell noch zurückhaltend gegenüber oder haben bislang keinen konkreten Bedarf gesehen.
Nach Einschätzung von Bitkom-Expertin Nastassja Hofmann liegt das unter anderem an fehlender Transparenz. Unklare Preisvorteile, starre Laufzeiten oder komplizierte Kündigungsbedingungen schrecken potenzielle Nutzerinnen und Nutzer ab.
Was Abo-Modelle attraktiver machen könnte
Damit sich automatische Nachbestellungen stärker durchsetzen, sind aus Sicht der Studienautoren vor allem klare Informationen entscheidend. Flexible Lieferintervalle, jederzeit anpassbare Mengen und unkomplizierte Kündigungsoptionen könnten dazu beitragen, das Vertrauen in Abo-Modelle zu stärken.
Für Händler bieten solche Modelle langfristige Planungssicherheit und stabilere Kundenbeziehungen. Ob sich der Abo-Commerce künftig stärker im Massenmarkt etabliert, hängt jedoch maßgeblich davon ab, wie transparent und nutzerfreundlich diese Angebote gestaltet werden.