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Microchip

Die derzeitigen Lieferengpässe bei Halbleitern betreffen zahlreiche europäische Unternehmen aus allen Branchen. Ein neues Halbleiter-Strategiepapier des ZVEI zeigt, dass sich die politischen Maßnahmen jetzt auf die Sicherung der Versorgung mit Mikrochips aller Größen konzentrieren müssen.

Neben öffentlichen Mitteln braucht Europa günstige Rahmenbedingungen, um ein florierendes Ökosystem für die Mikroelektronik aufzubauen.

Auf der Grundlage des ZVEI-Papiers hat DigitalEurope mehrere Empfehlungen formuliert:

  • Die EU sollte ihre Produktionskapazitäten ausbauen, nachdem sie vorher eine sorgfältige Analyse durchgeführt hat, die sich vor allem an der Marktnachfrage orientiert.
  • Die Industrie braucht in den kommenden Jahren sowohl Chips größerer als auch kleinerer Strukturgrößen. Bei Spitzeninnovationen geht es nicht nur um die Strukturgröße, sondern um die gesamte Wertschöpfungskette, das heißt um neue Produktionsverfahren, neue Materialien sowie Produktionsanlagen.
  • Der angekündigte European Chips Act muss unter anderem ein günstiges Umfeld für Investitionen schaffen, zum Beispiel Steueranreize setzen, Baugenehmigungen beschleunigen sowie die Nachwuchsförderung stärken.
  • Die neue Europäische Halbleiterallianz ist eine vielversprechende Gruppe, die sich mit diesem Thema befasst. Sie muss Entwickler, Hersteller und Nutzer von Chips mit Interessenvertretern der Industrie und den EU-Mitgliedstaaten zusammenbringen, um sich auf klare Kennzahlen sowie einen Zeitplan zu einigen.
  • Der Halbleitermarkt ist global und wird es auch bleiben. Foren wie etwa der EU-US Trade and Technology Council sollten stärker genutzt werden, um die globalen Lieferketten zu verbessern.

Cecilia Bonefeld-Dahl, Generaldirektorin von DigitalEurope, sagte:
"Eine Vielzahl von Produkten, von Spielkonsolen über medizinische Geräte bis hin zu Autos, ist auf eine stabile Versorgung mit Halbleitern angewiesen. Die derzeitige Verknappung ist ein großes Problem und Unternehmen und Verbraucher:innen beginnen, den Druck zu spüren. Der Entwurf des European Chips Act muss die Bedarfe der Industrie berücksichtigen und darf nicht nur von der Politik bestimmt werden. Natürlich brauchen wir mehr Finanzmittel, aber der richtige Weg, um Europa zu einem globalen Halbleiterzentrum zu machen, ist ein unterstützendes Geschäftsumfeld durch Anreize und Qualifikationen zu schaffen."

Wolfgang Weber, Vorsitzender der ZVEI-Geschäftsführung, sagte:
"Halbleiter sind das Rückgrat des digitalen und grünen Wandels und von großer Bedeutung für alle Industriezweige in Europa, von der Automobilindustrie bis zum Maschinenbau, von Start-ups bis zu globalen Unternehmen. Wir müssen die Produktionskapazitäten für Chips aller Strukturgrößen im Einklang mit der Marktdynamik ausbauen. In den kommenden Jahrzehnten werden Europas nachgelagerte Industrien sowohl Hochleistungsprozessoren in kleineren Strukturgrößen als auch Leistungshalbleiter, Sensoren oder mikroelektromechanische Systeme (MEMS) in ausgereifteren Strukturgrößen benötigen. Allein die Nachfrage nach Leistungshalbleitern wird sich bis 2030 verdreifachen."

Hintergrund

  • Die Europäische Kommission kündigte vor Kurzem einen European Chips Act an. Kommissar Thierry Breton erklärte, dass die EU bestrebt sei, die Kapazität von Halbleitern im Bereich von 5 Nanometern (nm) und darunter zu erhöhen.
  • Mit dieser Strategie soll dem Rückgang des europäischen Anteils an der weltweiten Halbleiterproduktion von 22 Prozent im Jahr 1998 auf heute 8 Prozent entgegengewirkt werden. Andere Regionen der Welt konnten im selben Zeitraum deutlich zulegen.
  • Die Summe der von der EU-Regierung für den Zeitraum 2020 bis 2030 vorgesehenen Anreize für die Halbleiterindustrie beträgt nur einen Bruchteil dessen, was China und die USA für denselben Zeitraum in Aussicht gestellt haben.

 www.zvei.org 


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