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Social Media

Es ist die Freude am Scrollen, dem digitalen Tratsch und dem Teilen eigener Fotos und Videos. Social-Apps haben dort angesetzt, wo eines der dominantesten menschlichen Bedürfnisse steht: Der Wunsch nach sozialem Zugehörigkeitsgefühl. Es ist also nicht verwunderlich, dass Social-Media Anwendungen Menschen auf aller Welt in ihren Bann ziehen.

  • Neues Vertrauen in verschlüsselte Dienste: Signal und Telegram erobern die Downloadcharts
  • Immer online, immer anwesend: 44 Prozent der Gesamtzeit am Smartphone wird in Social-Apps verbracht
  • 11 Jahre und 74 Milliarden Downloads später: App-Expert:innen sprechen bereits von der „Social Evolution“  

Es war im Jahr 1943, als ein Mann namens Maslow anfing, die menschliche Motivation genauer zu erforschen. Schnell kam er zu der Erkenntnis, dass hinter einer Handlung oder einem Wunsch ein übergeordnetes Bedürfnis stehen muss. Der eigenen Selbstverwirklichung untergeordnet, streben Menschen alle nach Wertschätzung, Anerkennung und sozialem Zugehörigkeitsgefühl. App- und Website-Entwickler:innen haben dieses Wissen zu Gold gemacht und mit der Einführung von sozialen Netzwerken den Nagel auf den Kopf getroffen. Zwischen Freundschaften, Selbstdarstellung und der wohl einfachsten Kommunikationsweise konnte die bunte Parallelwelt bereits viele in ihren digitalen Bann ziehen. Die Daten- und Analyseexpert:innen von App Annie haben die Zahlen dieser Entwicklung genauer inspiziert und tauften die allgegenwärtige Bewegung auf: „Social Evolution“!

Bild 1: Steiler Anstieg: Der Hype um Social-Apps findet kein Ende (Quelle: App Annie)

74 Milliarden Downloads – und es geht noch weiter! 

Momentan besiedeln circa 7,9 Milliarden Menschen die Erde. Angesichts dieser Zahl wirkt eine andere Ziffer jedoch noch utopischer: In den letzten elf Jahren wurden insgesamt 74 Milliarden Downloads von Social-Apps verzeichnet. Trotz der „Early Adopters“ – also denen, die bereits zu Anfang auf den digitalen Gesellschaftszug aufgesprungen sind – steigen die Zahlen regelmäßig auf neue Rekordwerte. Allein im ersten Halbjahr 2021 wurden 4,7 Milliarden Social-Media Anwendungen heruntergeladen. Europa folgt dabei dem Spitzenreiter Asien (1,3 Milliarden Downloads)  mit fast 250 Millionen Downloads auf Platz 2, dicht gefolgt von Nordamerika (210 Millionen Downloads).

Die Ära des Scrollen: 44 Prozent der Gesamtzeit verbringen wir auf Social-Apps

Eine freie Sekunde, ein kurzer Augenblick von langer Weile und schon schnappt der Mensch zu seinem Smartphone. Fast automatisch swiped der Daumen den Bildschirmschoner nach oben und klickt sich durch Fotos, Tweets und Nachrichten von Freunden, Fremden und Prominenten. Im ersten Halbjahr 2021 tauchte die Gesellschaft 740 Milliarden Stunden – und damit 44 Prozent der Gesamtzeit, die mit dem Handy verbracht wird – in Social-Apps ein und ließ sich vom gemeinschaftlichen Austausch mitreißen. 

Bild 2: Schöne bunte Welt: So viel Zeit verbringt die Gesellschaft auf Social-Apps (Quelle: App Annie)

Wunsch nach Privatsphäre: Das Grundbedürfnis zeigt sich in den Downloadcharts

Es ist das Schlagwort der allgegenwärtigen Gesellschaft: Transparenz und Offenheit werden immer mehr vorausgesetzt, sei es in der Politik, in Unternehmen oder im alltäglichen Leben. Fast schon paradox dürfen diese Buzzwörter jedoch nicht Teil der App-Kultur sein – hier wird Privatsphäre, Ende-zu-Ende-Verschlüsselung und der private Dialog gefordert. Besonders in Deutschland scheint dieses Bedürfnis zu dominieren. Noch vor TikTok, WhatsApp und Instagram führt plötzlich die App Signal die Downloadcharts im ersten Halbjahr 2021 an. Ebenso steigt auch die App Telegram weiter hoch im Ranking auf Platz 4. Insgesamt scheint das Vertrauen in verschlüsselte Messenger-Dienste im letzten Jahr um ein Vielfaches gestiegen zu sein.

Bild 3: Dynamische Änderungen im ersten Halbjahr 2021: Die Download-Charts in Deutschland (Quelle: App Annie)

Live und in Farbe: Verbraucherausgaben aus Social-Apps mit Live-Streaming-Funktionen am höchsten

Es ist ein runder, pochender Kreis, der um einzelne Instagram-Storys erscheint: Die Social-Media Anwendung ist nur einige von vielen, die ihr Portfolio in letzter Zeit um Live-Funktionen erweitert und damit einen unaufhaltsamen Trend erkannt haben. Twitch hat es bereits vorgelebt – User:innen möchten Einblicke in das Leben von Bekannten oder Personen des öffentlichen Lebens und sehnen sich gleichzeitig selbst nach Interaktionen ihrer Follower:innen.  Nun steigt ein weiterer Gigant mit auf den Zug auf: Bigo Live verfolgt ein ähnliches Geschäftsmodell und ermöglicht Zuschauer:innen Live-Einblicke anderer Personen. Dabei entscheiden die User:innen selbst, wen und was sie finanziell unterstützen möchten. Die Profitabilität dieser Idee zeigt sich deutlich: Von allen Verbraucherausgaben auf Social-Apps, machen jene mit Live-Streaming-Funktionen ganze 76 Prozent aus. Foto- und Video Apps nur circa 4,9 Prozent und Chat-Dienste 18 Prozent.  

Bild 4: Enorm profitabel: Live-Streaming-Dienste machen das große Geld (Quelle: App Annie)

www.appannie.com/de
 


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