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Das Connected Commerce Council (3C), eine globale Organisation, die über 1.800 europäische kleine und mittelständische Unternehmen (KMUs) repräsentiert, kritisiert den Änderungsantrag von Mitgliedern des Europäischen Parlaments (MdEP) der Fraktion der Grünen/EFA. Ginge es nach der Fraktion, soll gezielte digitale Werbung künftig verboten werden.

Der Vorschlag sieht Änderungen am Gesetz über digitale Märkte (Digital Markets Act, DMA) vor. Der DMA wurde Anfang des Jahres von der Europäischen Kommission vorgelegt. Mit dem Gesetz möchte sie Wettbewerb fördern, indem sie die Marktmacht führender digitaler Plattformen wie Google, Apple, Facebook und Amazon strenger kontrollieren. 3C hat bereits den Ausgangsentwurf kritisiert, da er E-Commerce – insbesondere für kleinere Unternehmen – erschwert. Der Änderungsantrag 606 der Grünen/EFA-Fraktion sieht jetzt vor, Unternehmen jegliche gezielte digitale Werbung zu untersagen. Diese würde nicht nur den digitalen Plattformen schaden, sondern vor allem kleine und mittelständische Unternehmen treffen, die diese Werbeangebote nutzen.

3C fordert die Mitglieder des Europäischen Parlaments auf, an die Zehntausenden von europäischen Kleinunternehmen zu denken, die leistungsstarke digitale Werkzeuge benötigen, um im sich schnell verändernden Markt bestehen und wachsen zu können. 

"Nimmt das Europäische Parlament tatsächlich an, dass kleinere Unternehmen ohne digitale Werbung wettbewerbsfähiger sind?", sagt Brandon Mitchener, ein Berater von 3C Europe. "Digitale Werbung ist das wichtigste Marketinginstrument für unzählige europäische Kleinunternehmen. Mit überschaubaren Budgets können sie potenzielle Kunden einfacher und effektiver als je zuvor zu erreichen. Digitale Reichweite ist ein Eckpfeiler des modernen Handels. Die Abschaffung dieses wertvollen Instruments wird nur großen Unternehmen zugutekommen, die bereits über einen hohen Bekanntheitsgrad verfügen und es sich leisten können, hohe Summen für Werbung in den Massenmedien auszugeben."

Das Europäische Parlament wird im September den Änderungsantrag 606 zusammen mit mehr als 1.000 anderen Änderungsanträgen prüfen.

"Wie schon bei der Datenschutz-Grundverordnung, konzentriert sich das Europäische Parlament zu sehr auf große Technologieunternehmen, so dass die Konsequenzen dieser Maßnahmen auf kleine Unternehmen aus dem Fokus fallen", ergänzt Mitchener. "Die Vorschläge zum Verbot oder zur grundlegenden Änderung der Funktionsweise digitaler Werbung zeigen, dass die europäischen Regulierungsbehörden die Bedürfnisse kleiner Unternehmen nicht verstehen. Google und Facebook werden diese neuen Regeln überleben, doch Einzelunternehmer, wie etwa der Besitzer eines kleinen Hotels an der Nordseeküste oder das Einrichtungsgeschäft in Berlin vielleicht nicht."

Connected Commerce Council unterstützt das Ziel der Europäischen Kommission, einen fairen Wettbewerb auf dem Markt für digitale Dienstleistungen zu schaffen. Mit dem aktuellen Versuch besteht aber ein hohes Risiko, dass der DMA europäische Kleinunternehmen ungewollt auf einen Pfad des "digitalen Rückschritts" führt. Denn in seiner jetzigen Form wird er Unternehmen, die digitale Tools eingeführt haben, mit mehr Komplexität und Unsicherheit, geringerer Effizienz und höheren Kosten belasten.

connectedcouncil.org/europe/
 


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