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Bildquelle: Simone Hogan / Shutterstock.com

Bislang setzte die Bundesregierung bei drohenden Katastrophen vor allem auf Warnhinweise über die Medien und Apps wie NINA und Katwarn für die direkte Ansprache der gefährdeten Menschen. Die Warn-Apps sind bislang aber nur auf relativ wenigen Smartphones installiert.

Und insbesondere ältere Bürgerinnen und Bürger besitzen zwar ein Handy, aber kein geeignetes Smartphone. Daher kommt nun die Technik Cell Broadcast ins Spiel, die in allen Mobilfunkstandards verankert ist, vom alten GSM bis zum aktuellen 5G.

Beim Cell Broadcast werden nicht einzelne Rufnummern (wie bei der SMS) angesprochen. Die Warnhinweise gelangen vielmehr auf alle Mobilfunkgeräte, die in der Funkzelle eingebucht sind. Solange die Warnung aufrechterhalten bleibt, werden auch Geräte erreicht, die sich neu einbuchen. Und selbst wenn das Handy stumm geschaltet ist, sind die Warnmeldungen via Cell Broadcast kaum zu überhören.

Ähnlich wie beim UKW-Radio kann niemand feststellen, wer die Warnmeldungen empfangen hat. Im Gegensatz zur SMS oder modernen Messenger-Systemen gibt es keinen Rückkanal. Daher gilt Cell Broadcast als ein sehr datenschutzfreundliches Warnsystem.

Die Warnungen via Cell Broadcast erreichen die Empfänger allerdings nur, solange die Funkzellen senden. In extremen Situationen wie den jüngsten Hochwasserkatastrophen in Rheinland-Pfalz oder NRW können die Zellen auch ausfallen, weil die Stromversorgung zusammengebrochen ist oder der Funkmast weggespült wurde.

Die Aktivierung des Cell Broadcast und der laufende Betrieb sind nicht kostenlos. Zum einen würden bei den Providern schätzungsweise 20 Millionen Euro anfallen, um die notwendigen Arbeiten im Kernnetz vorzunehmen. Dort müssten die Antennenstandorte regionalen Warngebieten zugeordnet werden. Außerdem müssen die technischen Schnittstellen zu den Behörden eingerichtet werden. Dazu kommen laufende Kosten in geschätzter Höhe von zehn Millionen Euro jährlich. Selbst wenn Politik und Provider an einem Strang ziehen, dürfte es rund ein Jahr dauern, bis das System steht und einsatzbereit ist.

dpa


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