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Mobilfunk

Update, 30.08.21, 12:55 Uhr

Nach der Flutkatastrophe in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz sind nach Angaben der Deutschen Telekom noch immer etwa 20 000 Haushalte vom Festnetz-Internet abgeschnitten.

Bei 80 000 zwischenzeitlich vom Netz gegangenen Haushalten habe man die Leitungen wieder repariert, sagte der Technikchef von Telekom Deutschland, Walter Goldenits, am Montag in Bonn. «An den verbliebenen 20 000 arbeiten wir mit Hochdruck.» Dort seien etwa Mobilfunk-Ersatzlösungen bereitgestellt worden - Bewohner der Haushalte können also über Mobilfunk ins Internet kommen. Wann alle Schäden behoben sind, sei schwer abschätzbar, so Goldenits. Er nannte sechs bis zwölf Monate als ungefähren Zeitrahmen für die Glasfaser-Verlegung. «Wir haben Ortschaften, wo Straßenzüge einfach nicht mehr so existieren wie vorher - wir brauchen also die Entscheidung der Kommunen, wie die Ortschaft wieder aufgebaut wird.» Beim Wiederaufbau werde priorisiert, etwa um Arztpraxen möglichst schnell wieder an das Netz anzuschließen.

Es geht um Leitungen der Telekom, von denen sie einen Teil an Wettbewerber vermietet hat - nicht alle der reparierten beziehungsweise noch immer nicht verbundenen Anschlüsse sind also die von Telekom-Kunden. Beim Wettbewerber Vodafone waren es 33 000 Haushalte, die im Festnetz offline gingen. Davon seien noch 1300 gestört, so ein Vodafone-Sprecher. Bei diesen Zahlen geht sowohl um angemietete Leitungen als auch um eigene Leitungen - im letzteren Falle also um Fernsehkabel, die für Internetanschlüsse genutzt werden. Mitte Juli hatte schwere Unwetter Dörfer und Städte vor allem im südlichen NRW und im nördlichen Rheinland-Pfalz schwer verwüstet. Auch Mobilfunk-Stationen wurden von den Fluten weggerissen. Lücken im Netz konnten wieder geschlossen werden.

dpa

 

Di, 20.07.21, 12:40 Uhr

Mit Blick auf weiterhin existierende Funklöcher in den Katastrophen-Gebieten hat der Mobilfunkanbieter Vodafone sich dafür ausgesprochen, dass die Branche ihre Netze öffnet. «Wir wären bereit dazu», sagte ein Vodafone-Sprecher am Dienstag in Düsseldorf. Das hieße, dass Kunden der Konkurrenz mit dem Vodafone-Netz verbunden würden, wenn ihr Anbieter keine funktionierenden Antennen in Reichweite hat. Für diese Netzöffnung stellte Vodafone aber eine Bedingung: «Es braucht die Zusammenarbeit aller drei Netzbetreiber, um wirksames regionales Roaming für die Menschen im Krisengebiet zu ermöglichen.»

Sprecher der anderen beiden Netzbetreiber, der Deutschen Telekom und von Telefónica (o2), äußerten sich zurückhaltend, schlossen die Öffnung aber nicht aus. Man stehe im Austausch mit den anderen Netzbetreibern und erörtere, «was technisch möglich und sinnvoll ist, um den Menschen vor Ort möglichst schnell zu helfen», sagte ein Telekom-Sprecher. Telefónica wies auf die «sehr komplexe und zeitlich aufwendige Implementierung» von so einem Roaming hin. In den Gesprächen zwischen den Firmen ist es Teilnehmerkreisen zufolge völlig offen, ob sie zum Erfolg führen.

Klar ist: Wenn einer der drei Netzbetreiber sein Netz öffnet, müssten die beiden anderen das auch tun - andernfalls droht dem Anbieter, der den ersten Schritt geht, die Überlastung des eigenen Netzes. Unterdessen geht der Wiederaufbau der Stationen weiter. Insgesamt waren Hunderte Stationen in der Unwetterkatastrophe in NRW und Rheinland-Pfalz ausgefallen, die meisten sind wieder am Netz.

dpa

 

Mo, 19.07.2021 09:16 Uhr

Deutschlands drei Mobilfunk-Netzbetreiber kommen beim Wiederaufbau ihres Netzes in den Hochwasser-Katastrophengebieten voran.

Von den rund 150 betroffenen Stationen seien inzwischen wieder zwei Drittel in Betrieb, sagte ein Sprecher des Netzbetreibers Telefónica (o2) am Sonntag. Von der Deutschen Telekom hieß es, dass mittlerweile mehr als die Hälfte der 130 ausgefallenen Mobilfunkstandorte wieder am Netz seien.

In den meisten Fällen waren die Antennen der Netzbetreiber ausgefallen, weil die Stromversorgung unterbrochen war. «Viele der noch ausgefallenen Stationen befinden sich an Orten, die noch nicht wieder zugänglich sind», sagte der Telefónica-Sprecher. Es seien vier mobile Stationen im Einsatz, zehn weitere stünden bereit.

Bei Vodafone waren am Sonntag noch ein Sechstel der Mobilfunkstationen in den deutschen Hochwasser-Katastrophengebieten nicht am Netz, wie ein Firmensprecher berichtete. Bei Anlagen in umliegenden Gebieten sei die Reichweite erhöht worden, um eine «Basisversorgung» zu ermöglichen. Bei einer solchen Basisversorgung ist die Leistung etwas schwächer als sonst üblich, aber immerhin ermöglicht sie mancherorts wieder Verbindungen.

Auch Vodafone setzt auf mobile Einheiten, um Funklöcher zu stopfen. Nach Schätzung der Düsseldorfer Firma sind zehn Prozent der Kunden in den Katastrophengebieten noch ohne Empfang, also im Funkloch.

Bei der Telekom sind ebenfalls noch Funklöcher in den Hochwassergebieten vorhanden. Es gebe Mobilfunkstandorte und Kabel, an die man für die Reparatur noch nicht heran komme oder aus Gefahrengründen nicht heran dürfe, sagte ein Firmensprecher. «Hauptprobleme bleiben aktuell die fehlende Stromversorgung und die Erreichbarkeit der Standorte.» Insgesamt komme man aber voran.

Folgenreich waren die Überschwemmungen auch für das Festnetz, also das Internet über Leitungen bis in die Wohnungen. Viele graue Kästen - sogenannte Kabelverzweiger - wurden in den Straßen zerstört oder beschädigt. Zudem rissen die Wasser- und Geröllmassen Glasfaser- und Kupferkabel heraus. Aktuell würden die Vermittlungsstellen wieder funktionstüchtig gemacht, am Wochenende sei der zentrale Knotenpunkt in Gerolstein wieder ans Netz gebracht worden, sagte der Telekom-Sprecher. An dieser Vermittlungsstelle hängen rund 10 000 Anschlüsse und mehrere Mobilfunkstandorte.

dpa


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