Anzeige

Hacker

Anonymisierte Messenger-Apps erfreuen sich auch bei Kriminellen großer Beliebtheit. Eben das haben sich internationale Behörden jetzt zunutze gemacht. Denn in einer seit drei Jahren laufenden, noch nie dagewesenen Aktion war der Betreiber der App "ANoM" über Monate hinweg das FBI selbst.

Durch das Mitlesen der vermeintlich geheimen Nachrichten konnten Behörden in 18 Ländern hunderte Festnahmen durchführen und Millionenwerte beschlagnahmen, wie zunächst die neuseeländische Polizei und die australische Bundespolizei (AFP) meldeten.

Gezieltes Mithören

In der Vergangenheit hatte das FBI Plattformen dichtgemacht, die Kriminelle für ihre verschlüsselte Kommunikation genutzt hatten, darunter jene des Betreibers Phantom Secure. Im Rahmen der seit 2018 laufenden Aktion ist das FBI dann selbst heimlich als Betreiber in die Bresche gesprungen, eben mit der Plattform ANoM. Seit zumindest 18 Monaten konnten laut neuseeländischer Polizei die Ermittler dort die Nachrichten Krimineller mitlesen. Die AFP war nach eigenen Angaben direkt daran beteiligt, verschlüsselte Botschaften in Echtzeit zu knacken.

Um ANoM in Umlauf zu bringen, nutzen die Behörden laut AFP Handys, deren Funktionalität auf des Mindeste reduziert war und letztlich nur Nachrichten an andere Geräte mit ANoM-App senden konnten. Diese haben die Behörden zunächst selbst im Untergrund in Umlauf gebracht. Kriminelle mussten schon jemanden kennen, um ein Gerät zu bekommen. Da manche hochrangige Figuren aus dem organisierten Verbrechen sich für ANoM verbürgten, hätten sich die Geräte zunehmender Beliebtheit erfreut. Letztendlich hätten somit viele Akteure aus der organisierten Kriminalität sehr offen auf ANoM kommuniziert.

Modern zum Erfolg

Die Behörden haben erstmals damit gearbeitet, selbst einen vermeintlich anonymen Messenger zu betreiben, um an ermittlungstaktisch wertvolle Informationen zu kommen. Der Erfolg gibt dem modernen Ansatz recht. Allein Neuseeland meldet im Rahmen der "Operation Trojan Shield" bislang 35 Festnahmen, Australien 224 im Rahmen der "Operation Ironside". Laut der australischen Bundespolizei konnten dort 3,7 Mio. Tonnen Drogen, über 100 Waffen und knapp 45 Mio. Australische Dollar (28,6 Mio. Euro) beschlagnahmt werden. Genaue Zahlen aus anderen Ländern, darunter die USA, liegen noch nicht vor.

www.pressetext.com
 


Weitere Artikel

E-Mobility

E-Mobilität: Lithium-Schwefel-Akkus mit Zucker verbessert

Forscher der Monash University haben es geschafft, mit der Zugabe eines Löffels Zucker die positive Elektrode einer Lithium-Schwefel-Batterie zu stabilisieren.
Vodafone

Datenschutzverletzungen: Vodafone drohen bis zu 460 Mio. Euro Strafe

Wegen mutmaßlicher Betrugsfälle und Datenschutzverletzungen in Partneragenturen droht dem Telekommunikationsriesen Vodafone ein hohes Bußgeld in bis zu dreistelliger Millionenhöhe, wie der "Spiegel" vorab berichtet. Der Strafrahmen liegt im Maximalfall bei…
Email

E-Mail-Bedrohungen nehmen zu

Zix Corporation (Zix), Anbieter von Cloud-Lösungen für E-Mail-Sicherheit, Produktivität und Compliance, veröffentlicht seinen Mid-Year 2021 Global Threat Report zu weltweiten Bedrohungen.
Telegram

Telegram boomt bei Hackern

"In letzter Zeit haben wir einen Anstieg der Telegram-Nutzung durch Cyber-Kriminelle um mehr als 100 Prozent beobachtet", sagt Tal Samra, Anaylst beim Cyber-Intelligence-Unternehmen Cyberint, gegenüber der "Financial Times".
Podcast

Boom hält weiter an: 4 von 10 Deutschen hören Podcasts

Der Podcast-Boom in Deutschland steigt auf ein neues Rekordniveau: Fast 4 von 10 Menschen in Deutschland (38 Prozent) hören Podcasts – also regelmäßige Video- oder Audiobeiträge, die über das Internet verfügbar sind und abonniert werden können – zumindest…
Home Office

Homeoffice-Angebot in Stellenanzeigen hat sich verdreifacht

Der Anteil von Online-Stellenanzeigen mit Option auf Homeoffice ist bis März 2021 auf 12 Prozent gestiegen und hat sich damit seit 2019 mehr als verdreifacht. Das geht aus einer Auswertung von 35 Millionen Stellenanzeigen durch das ifo-Institut und die…

Anzeige

Jetzt die smarten News aus der IT-Welt abonnieren! 💌

Mit Klick auf den Button "Zum Newsletter anmelden" stimme ich der Datenschutzerklärung zu.