Anzeige

künstliche Intelligenz

IBM hat auf der Konferenz Think 2021 "CodeNet" vorgestellt, ein Computerprogramm, das auf der Basis von Künstlicher Intelligenz (KI) und Maschinellem Lernen (ML) Programme übersetzen kann.

Es handelt sich um einen umfangreichen Datensatz, der KI- und ML-Systemen das Übersetzen von Codes beibringen soll. Er besteht aus rund 14 Mio. Snippets, das sind kleine Programmteile, die integriert werden, und 500 Mio. Code-Zeilen, die auf mehr als 55 ältere und aktive Programmiersprachen verteilt sind - von Cobol über Fortran bis hin zu Java, C++ und Python.

Vergleich mit "ImageNet"

Ruchir Puri, Chefwissenschaftler im IBM-Forschungsinstitut, vergleicht den neuen Datensatz mit "ImageNet", einer Datenbank von Bildern, welche für Forschungsprojekte eingesetzt wird. "Wir haben Computern beigebracht, wie Menschen zu sprechen", sagt Puri. Da habe er sich gesagt, es müsse doch auch möglich sein, ihnen beizubringen, wie Computer zu sprechen.

"Wenn es einfach wäre und die regelbasierten Systeme funktionierten, wären frühe Programmiersprachen wie Cobol inzwischen konvertiert worden", so der Wissenschaftler. Aber Programmiersprachen hätten einen Kontext. Die Bedeutung einer Aussage hänge mit dem Kontext zusammen, und es sei schwierig und zeitaufwendig, sie abzuleiten und zu übersetzen, genau wie bei menschlichen Sprachen.

Bidirektionale Übersetzung

Je größer ein Programm ist, desto schwieriger ist es zu übersetzen. Während sich der Kontext in der menschlichen Sprache auf einen Absatz bezieht, kann er sich bei Programmiersprachen auf mehrere Code-Bibliotheken beziehen. Da kann nur KI helfen. Grob gesagt, könnten regelbasierte Systeme zwischen 50 und 60 Prozent eines Programms erfolgreich übersetzen. Der Rest muss bisher von Menschen übersetzt werden.

CodeNet soll das ändern. Der riesige Datensatz ist so aufgebaut, dass eine bidirektionale Übersetzung möglich ist, sodass etwa Cobol in Java übersetzt werden kann und umgekehrt. Das Programm kann möglicherweise ein weltweites Software-Problem lösen. Bei komplexen Anwendungen, zum Beispiel von Banken, ist es künftig möglich, auf ein modernes leistungsfähigeres Programm umzusteigen.

www.pressetext.com


Artikel zu diesem Thema

KI in HR
Mai 10, 2021

Künstliche Intelligenz und Machine Learning im Personalwesen

Während Künstliche Intelligenz (KI) und maschinelles Lernen in Unternehmensbereichen wie…
Datenbank
Mai 05, 2021

Die Fallstricke bei der Datenbank-Migration

Die Umstellung auf eine neue Datenbank ist ein komplexer Prozess mit vielen…

Weitere Artikel

Datenschutz

Schutz privater Daten – nicht nur am Europäischen Datenschutztag ein wichtiges Thema

Am heutigen Freitag, 28. Januar, feiert er seinen 15. Geburtstag, der Europäische Datenschutztag. Und insbesondere in Europa ist der Schutz privater Daten ein hohes Gut.
Data Leak

Sensible Daten: Festplatte aus Ausländerbehörde versteigert

Bei der Entsorgung eines Computers aus der Lübecker Verwaltung hat es offenbar eine Datenschutzpanne gegeben. Der mit der Entsorgung beauftragte Dienstleister habe einen Computer samt der Festplatte beim Online-Händler ebay.de verkauft, auf der noch sensible…
Facebook

Urteile zur Klarnamenpflicht in sozialen Netzwerken erklärt

Der Bundesgerichtshof (BGH) urteilte, dass Nutzer:innen von sozialen Netzwerken nicht zur Verwendung ihres Klarnamens verpflichtet sind. Geklagt hatten zwei Nutzer, deren Profile unter Verwendung eines Pseudonyms statt des richtigen Namens vom sozialen…
Malware

FluBot- und TeaBot-Kampagnen flammen neu auf

Seit Anfang Dezember 2021 wurden mehr als 100.000 bösartige SMS-Nachrichten zur Verbreitung des Banking-Trojaners FluBot (auch bekannt als Cabassous) abgefangen. Die neu aufflammende Angriffswelle betrifft bisher vor allem Android-Nutzer in Deutschland,…
Messenger

WhatsApp bleibt unter den Messenger-Diensten deutlich vorne

Der Messengerdienst WhatsApp bleibt mit Abstand der in Deutschland am häufigsten genutzte Online-Kommunikationsdienst. 93 Prozent aller Nutzer verwenden den zum Meta-Konzern (ehemals Facebook) gehörenden Dienst, wie eine am Donnerstag veröffentlichte,…
Meta Headquarter

Meta: EU-Wettbewerbshüter genehmigen Übernahme von Kustomer

Die Wettbewerbshüter der EU haben den vom Internet-Konzern Meta (Facebook) geplanten Kauf der Firma Kustomer unter Auflagen genehmigt. Das 2015 gegründete Start-up bietet Kundenservice-Plattformen und Chatbots an, die Kundenanfragen automatisch beantworten.

Anzeige

Jetzt die smarten News aus der IT-Welt abonnieren! 💌

Mit Klick auf den Button "Zum Newsletter anmelden" stimme ich der Datenschutzerklärung zu.