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Ein Internetanschluss ist aus der heutzutage technisierten Welt nicht mehr wegzudenken, sowohl im privaten als auch im gewerbliche Bereich. Doch die Auswahl ist groß: Vom klassischen DSL über das moderne VDSL bis hin zum Internet über Glasfaser haben Kunden die Qual der Wahl.

 Es stellt sich die Frage, welches Produkt sich für welchen Kunden eignet und vor allem, ob ein Umstieg sinnvoll sein kann?

Was ist DSL?

Die Abkürzung DSL steht für "Digital Subscriber Line". Bei dieser Technik werden Daten über Kupferleitungen beziehungsweise die Teilnehmeranschlussleitung gesendet und empfangen. Die Technik ist nicht mehr ganz jung und wird bereits seit über 20 Jahren großflächig angewendet. Da die Technik stetig verbessert wurde, haben sich die Übertragungsraten von einem DSL-Anschluss stetig erhöht. Betrugen Down- und Upstream Anfang der 2000er noch 768 kbit/s beziehungsweise 128 kbit/s, so liegt der Standard heute bei etwa 16 Mbit/s im Downstream und 1 Mbit/s im Upstream. Das klassische DSL eignet sich somit für Normalnutzer, die gelegentlich Videos in Full HD-Qualität streamen und das Internet ansonsten nicht überdurchschnittlich in Anspruch nehmen. Für VoIP-Dienste reicht diese Geschwindigkeit natürlich vollkommen aus. Der Vorteil liegt beim klassischen DSL in den geringen Kosten. Nicht umsonst ist der am meisten gebuchte Tarif bei allen Anbietern eben der klassische DSL-Tarif mit obiger Leistungsbeschreibung. Wer mehr möchte, der sollte zu einem VDSL-Anschluss greifen.

Was ist VDSL?

VDSL steht für "Very High Speed Digital Subscriber Line" und wie "Very High Speed" bereits andeutet, geht es hier in Sachen Geschwindigkeit ordentlich zur Sache. In der Theorie sind bis zu 350 Mbit/s im Down- und Upstream möglich. Diese Geschwindigkeiten werden jedoch nur bei relativ kurzer Entfernung beziehungsweise Kabellänge vom Anschluss zum Verteiler erreicht. Dennoch haben viele Anbieter Tarife mit 250 Mbit/s im Downstream und mehr im Angebot. Diese Geschwindigkeiten werden nur von den wenigsten Haushalten tatsächlich benötigt, deshalb handelt es sich bei vielen VDSL-Kunden um kleine Unternehmen und Mittelständler. Mit einem leistungsstarken Tarif geht ein großes Leistungsspektrum einher. So erhalten viele Kunden ein VDSL-Paket mit einem festen IP-Adressbereich, Routerservice oder 24-Stunden-Netzüberwachung. Selbstverständlich hat dieser Service seinen Preis und so liegen die monatlichen Kosten für VDSL mit hohen Bandbreiten und großem Service-Paket deutlich über jenen eines durchschnittlichen DSL-Anschlusses. Wer jedoch den Bedarf an einem solchen Angebot hat, der nimmt die höheren Kosten gerne in Kauf. Voraussetzung ist allerdings, dass das VDSL-Netz bereits bis zum Kunden ausgebaut wurde. Reichen die verfügbaren VDSL-Geschwindigkeiten nicht aus, dann bleibt nur noch die Nutzung einer Glasfaser-Leitung.

Was ist Internet über Glasfaser?

Glasfaser bietet gegenüber allen DSL-Varianten noch einmal einen ordentlichen Geschwindigkeitszuwachs. Übertragungsraten von bis zu 1 Gbit/s sind mit einem Glasfaseranschluss ohne Weiteres möglich. Problematisch bei dieser Anschlussvariante ist allerdings die Verfügbarkeit. Der Nutzer muss in einem der Ausbaugebiete liegen. Denn während für einen DSL-Anschluss die Kupferleitungen fast immer schon vorhanden sind, muss für einen Glasfaser-Anschluss erst noch das benötigte Kabel bis zum Anschluss gelegt werden. Privatkunden benötigen zwar eher selten Datendurchsätze von 1 Gbit/s im Down- und Upstream, dennoch wird das Glasfaser-Angebot gerne von privaten Nutzern gebucht. Meistens liegen die monatlichen Kosten nur knapp über jenen eines VDSL-Anschlusses. Im gewerblichem Bereich sieht das Nutzerverhalten natürlich ganz anders aus, und somit lohnt sich ein Glasfaser-Anschluss für Unternehmen mit hohen Leistungsanforderungen auf jeden Fall. Befindet man sich allerdings weder im Ausbaugebiet von Internet über Glasfaser noch DSL- beziehungsweise VDSL, dann bleibt nur die Wahl einer der zahlreichen Alternativen.

Weitere Alternativen

Wirklich brauchbare Alternative zu DSL, VDSL und Internet über Glasfaser finden sich nur teilweise. Denkbar wäre Internet über LTE beziehungsweise über das neue 4G-/5G-Netz. Die Übertragungsraten erreichen hier problemlos bis zu 100 Mbit/s und mehr. Jedoch muss das Netz am Standort des Kunden entsprecht ausgebaut sein. Zudem liegen die Kosten für diese eigentlich für mobile Nutzer gedachte Technik deutlich über jenen von einem DSL- oder Glasfaser-Anschluss. Weiterhin gibt es noch exotischere Alternativen, wie zum Beispiel Internet über Satellit oder Internet über Funk. Aber auch diese Alternativen kommen nicht an die Leistung von den bereits vorgestellten Varianten heran und sind zudem, gemessen an der Leistung, nicht unbedingt preisgünstig. Einzig das nur an wenigen Standorten verfügbare Internet über Kabel kann eine interessante Option sein. Hier winken ebenfalls Übertragungsraten von bis zu 1 Gbit/s im Downstream. Der Upstream ist allerdings technisch auf maximal 50 Mbit/s begrenzt. Insofern kommt die Kabel-Variante nicht für alle (gewerblichen) Kunden infrage.

Fazit

Wie man sieht stehen viele unterschiedliche Möglichkeiten für einen leistungsstarken Internet-Anschluss zur Auswahl. Für Poweruser und gewerbliche Nutzer, die regelmäßig große Datenmengen möglichst schnell übertragen müssen, ist ein VDSL- oder Glasfaser-Anschluss sicherlich die erste Wahl. Alle anderen Kunden sind mit einem klassischen DSL-Anschluss in Bezug auf Kosten und Nutzen am besten bedient. Abhängig vom eigenen Nutzerverhalten kann mitunter auch ein Wechsel sinnvoll sein. In jedem Falle wird es interessant sein, was sich in Sachen Datenübertragung und Internet-Verbindung noch ändern wird. Auch das Jahr 2021 wird ein Jahr der Veränderungen in vielen Bereichen der digitalen Welt sein.

 


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