Anzeige

Breitband

Die Versorgung mit schnellem Internet in Rheinland-Pfalz nimmt in den Programmen zur Landtagswahl am 14. März breiten Raum ein. Was ist bisher erreicht? Je nach Zugehörigkeit zu Regierung oder Opposition ist das Glas mal halb voll, mal halb leer.

Im komplexen Zusammenspiel von Land, Bund, EU und der investierenden Wirtschaft könnte der Breitbandausbau im Frühling neuen Schwung erhalten.

Nach jüngsten Daten von Ende Dezember konnten Mitte vergangenen Jahres 92,9 Prozent der Haushalte in Rheinland-Pfalz eine Internet-Geschwindigkeit von mindestens 50 Megabit in der Sekunde (Mbit/s) nutzen. Für 49,2 Prozent war eine Bandbreite von einem Gigabit pro Sekunde (Gbit/s) verfügbar. «Wir wollen uns vom Kupfer im Boden in Rheinland-Pfalz ganz verabschieden», sagt der zuständige Staatssekretär im Innenministerium, Randolf Stich (SPD), im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. «Bei neuen Projekten soll nur noch Glasfaser verlegt werden.»

Zum Zuwachs beim Gigabit-Ausbau trugen zuletzt auch die Fernsehkabelnetze bei, die mit neuen Übertragungsprotokollen diese Bandbreite erreichen. Einen weiteren Schub gibt es dadurch, dass der Ausbau in denjenigen Landkreisen, die bei den bisherigen Förderfahren eher spät dran waren, auch Gebäude unmittelbar mit Glasfaser angeschlossen werden - manchmal kann eine Verzögerung auch vorteilhaft sein.

Zusätzlichen Schub gibt es im Frühling mit einem weiteren Förderprogramm des Bundes. Dieses berücksichtigt die Ergebnisse in langwierigen Gespräche mit der EU-Kommission zur Zulässigkeit einer staatlichen Förderung. Die EU vertrat dabei lange den Standpunkt, dass nur die Förderung einer Grundversorgung bis 30 MBit/s genehmigt werden könne. Ein Ausbau oberhalb dieser «Aufgreifschwelle» sei Sache des Marktes.

Im Herbst wurde aber vereinbart, dass in diesem und im nächsten Jahr auch Ausbauprojekte bis 100 MBit/s gefördert werden können. Und zum 1.1.2023 soll dann auch diese «Aufgreifschwelle» aufgehoben werden. Schon in diesem Jahr gibt es keine Schwelle mehr für «sozioökonomischen Treiber» - dazu gehören etwa Schulen, Krankenhäuser und Gewerbegebiete. Der Bund beabsichtige auf dieser Grundlage eine neue Förderrichtlinie noch in diesem Quartal, erklärt Stich. Das Land werde direkt danach eine darauf abgestimmte Landesförderrichtlinie auf den Weg bringen. Vorgesehen sei dann wieder neben den voraussichtlichen Bundesmitteln von 50 Prozent der Ausbaukosten eine Landesförderung von 40 Prozent und ein kommunaler Eigenanteil von 10 Prozent.

Für die nächsten Schritte mit der Ausbauförderung oberhalb der Schwelle von 100 MBit soll allen Landkreisen die geförderte Möglichkeit gegeben werden, eine Netzdetailplanung zu entwickeln. Danach soll es nach Angaben Stichs ein Modellprojekt mit sieben Pilotlandkreisen geben: «Auf der Grundlage der Erfahrung in diesen Kreisen können Gigabitausbau und Marktausschreibungen wirtschaftlicher und effizienter erfolgen.»

dpa


Artikel zu diesem Thema

Internetzugang
Jan 25, 2021

Schnelles Internet: Das Warten hat bald ein Ende

Beim Ausbau des schnellen Internets gab es 2020 mehr Tempo in Thüringen als in den Jahren…
Glasfaser
Jan 08, 2021

Beginnt mit 2021 das Jahrzehnt der Glasfaser in Deutschland?

2020 ist als Corona-Jahr in die Geschichte eingegangen. Welche Folgen hat die Pandemie…

Weitere Artikel

Zugangsschlüssel

NFT-Kunst für Jedermann – Zugangsschlüssel in Bildern versteckt

Rocco Indovina möchte, dass hochwertige NFT-Kunst für jedermann erreichbar ist. Wer die letzten Buchstaben bzw. Zahlen des Zugangsschlüssels (Private Key) für einen sogenannten Non-Fungible Token in zwei seiner Bildern zuerst findet, bekommt diese Kunst…
Verkaufen

Verkaufen mithilfe von Smartphone-Apps fasziniert

Jeder dritte Brite zwischen 18 bis 24 Jahren überlegt, seinen Job zu kündigen oder seine Ausbildung abzubrechen, um ausschließlich Waren mithilfe von Smartphone-Apps zu verkaufen.
Ranking

Bundesländer-Ranking: Hamburg ist die Hauptstadt der IT-Profis

Hamburg ist das Bundesland mit der größten Dichte an IT-Spezialistinnen und Spezialisten. Im hanseatischen Stadtstaat arbeiten 4,4 Prozent aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten als Informatiker oder in anderen IT-Berufen.
Partnerschaft

valantic und SYSTEMA schließen strategische Partnerschaft

valantic, IT-Beratungs- und Softwarehaus in Europa, partnert mit SYSTEMA, einem eigentümergeführten Systemintegrator, der sich auf Softwarelösungen und Dienstleistungen zur MES-Integration, Fertigungsautomatisierung und Produktionsoptimierung spezialisiert…
Firmenerweiterung

Okta schließt Übernahme von Auth0 ab

Okta, ein unabhängiger Anbieter von Identitätslösungen, gab die erfolgreiche Übernahme von Auth0, einer Identitätsplattform für Anwendungsteams, bekannt.
Dell

Sicherheitslücke in der Treibersoftware von Dell: Was jetzt zu tun ist

Wie kürzlich bekannt wurde, existiert eine eklatante Sicherheitslücke in einem Treiber für Firmware-Updates, der auf Millionen von Endgeräten der Marke Dell installiert ist. Der Hersteller empfiehlt, diesen Treiber komplett zu entfernen.

Anzeige

Jetzt die smarten News aus der IT-Welt abonnieren! 💌

Mit Klick auf den Button "Zum Newsletter anmelden" stimme ich der Datenschutzerklärung zu.