Anzeige

Freelance

Festangestellte Mitarbeiter oder Selbstständige? Der Status von IT-Experten ist in vielen Unternehmen ein Streitthema.

Gerade im Bereich der Informationstechnik werden oft hochqualifizierte Spezialisten als IT-Berater oder IT-Entwickler projektbezogen eingesetzt – nach ihrem Selbstverständnis als Selbstständige, denn in der Regel ist das Engagement zeitlich begrenzt und nach Abschluss des Projektes geht es weiter zu einem anderen Auftraggeber mit neuem Einsatzort. Auftraggeber dagegen müssen teils ein rechtliches Risiko eingehen, dass die IT-Projektarbeiter als festangestellte Mitarbeiter, also Arbeitnehmer, gesehen werden. Diesen Widerspruch arbeitet ein Rechtsgutachten heraus, das der Arbeits- und Unternehmensrechtsexperte Prof. Dr. Markus Stoffels von der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg im Auftrag des Digitalverbands Bitkom erstellt hat.

Das Gutachten untersucht am Beispiel von IT-Freelancern die Statuseinordnung projektbezogen eingesetzter, hochqualifizierter externer Spezialisten. Es zeigt auf, welche Diskrepanzen zwischen der Rechtsprechung im Arbeits- und Sozialrecht bei der Abgrenzung von Arbeitsnehmern auf der einen und Selbstständigen auf der anderen Seite bestehen – diese Rechtsunsicherheit geht einseitig zu Lasten der Wirtschaft. Der Gutachter gibt dem Gesetzgeber folgende Handlungsempfehlungen:

  • Der im Arbeits- und Sozialrecht unterschiedlich ausgelegte Arbeitnehmerbegriff muss harmonisiert werden.
  • Das Statusfeststellungsverfahren, das angewendet wird, um Mitarbeiter als abhängig Beschäftigte oder selbständig Tätige zu identifizieren, sollte entsprechend reformiert werden.
  • Je nach Branche und Tätigkeit sollten unterschiedliche Regelungen getroffen werden, die auch Positivkriterien im Sinne einer Vermutung zugunsten selbstständiger Tätigkeit enthält. Mögliche Kriterien dafür sind Einkommenshöhe, der Nachweis einer angemessenen Altersvorsorge und die Erbringung von Diensten höherer Art beziehungsweise der Erfordernis eines besonderen Know-how.

„In der Praxis verursacht die Unsicherheit der Abgrenzung von festangestellten und freien IT-Mitarbeitern immense Probleme bei der Finanzierung und Umsetzung von IT-Projekten. Wichtiges Know-how von selbstständigen IT-Experten kann nicht genutzt werden und die digitale Transformation von Wirtschaft und Verwaltung wird ausgebremst“, sagt Dr. Lisa Allegra Markert, Referentin Arbeitsrecht und Arbeit 4.0 beim Bitkom.

Das Gutachten sollte hier zum Download verfügbar sein.

www.bitkom.org


Artikel zu diesem Thema

Freelancer
Aug 22, 2020

Netzwerken für Freelancer

Auch wenn Sie womöglich der talentierteste Freelancer der Welt sind – falls Sie nur zu…

Weitere Artikel

E-Mobility

E-Mobilität: Lithium-Schwefel-Akkus mit Zucker verbessert

Forscher der Monash University haben es geschafft, mit der Zugabe eines Löffels Zucker die positive Elektrode einer Lithium-Schwefel-Batterie zu stabilisieren.
Vodafone

Datenschutzverletzungen: Vodafone drohen bis zu 460 Mio. Euro Strafe

Wegen mutmaßlicher Betrugsfälle und Datenschutzverletzungen in Partneragenturen droht dem Telekommunikationsriesen Vodafone ein hohes Bußgeld in bis zu dreistelliger Millionenhöhe, wie der "Spiegel" vorab berichtet. Der Strafrahmen liegt im Maximalfall bei…
Email

E-Mail-Bedrohungen nehmen zu

Zix Corporation (Zix), Anbieter von Cloud-Lösungen für E-Mail-Sicherheit, Produktivität und Compliance, veröffentlicht seinen Mid-Year 2021 Global Threat Report zu weltweiten Bedrohungen.
Telegram

Telegram boomt bei Hackern

"In letzter Zeit haben wir einen Anstieg der Telegram-Nutzung durch Cyber-Kriminelle um mehr als 100 Prozent beobachtet", sagt Tal Samra, Anaylst beim Cyber-Intelligence-Unternehmen Cyberint, gegenüber der "Financial Times".
Podcast

Boom hält weiter an: 4 von 10 Deutschen hören Podcasts

Der Podcast-Boom in Deutschland steigt auf ein neues Rekordniveau: Fast 4 von 10 Menschen in Deutschland (38 Prozent) hören Podcasts – also regelmäßige Video- oder Audiobeiträge, die über das Internet verfügbar sind und abonniert werden können – zumindest…
Home Office

Homeoffice-Angebot in Stellenanzeigen hat sich verdreifacht

Der Anteil von Online-Stellenanzeigen mit Option auf Homeoffice ist bis März 2021 auf 12 Prozent gestiegen und hat sich damit seit 2019 mehr als verdreifacht. Das geht aus einer Auswertung von 35 Millionen Stellenanzeigen durch das ifo-Institut und die…

Anzeige

Jetzt die smarten News aus der IT-Welt abonnieren! 💌

Mit Klick auf den Button "Zum Newsletter anmelden" stimme ich der Datenschutzerklärung zu.