Anzeige

Rote Karte

Videokonferenzsysteme haben vielen Unternehmen und Organisationen durch die aktuelle Krise geholfen. Ihr Einsatz war meist spontan und ungeplant, eine echte Evaluation aus Zeitgründen oft nicht möglich. Ein Statement von Andrea Wörrlein, VNC-Geschäftsführerin und -Verwaltungsrätin.

Entsprechend häufig sind Berichte über diverse Schwächen im Praxisbetrieb, die gravierendsten davon beim Thema Sicherheit und Datenschutz

Was vorher nur eine Reihe von Einzelfällen war, ist jetzt zu einer offiziellen Roten Karte für marktführende Programme wie Microsoft Teams, Skype und Zoom geworden. Die dort festgestellten Sicherheitsrisiken sind von der Berliner Datenschutzbeauftragten Maja Smoltczyk schonungslos offengelegt worden. Schon bei der Prüfung der Auftragsverarbeitungsverträge, die die Verantwortlichen mit den Videokonferenz-Dienstanbietern standardmäßig schließen, sind sie unisono durchgefallen. Danach liegen „Mängel vor, die eine rechtskonforme Nutzung des Dienstes ausschließen“. Deutlicher kann man es kaum formulieren: Platzverweis wegen mangelhafter Sicherheit. Grünes Licht gibt es in dem offiziellen Bericht ausschließlich für Open-Source-Programme

Um so unverständlicher ist es, dass viele Behörden und öffentliche Institutionen ausschließlich amerikanische Closed-Source-Anbieter zulassen. So geschehen beispielsweise an bayerischen Schulen. Der berechtigten öffentlichen Kritik daran müssen sie sich jetzt stellen und sich rechtfertigen, warum sie ihrer Verpflichtung zum datenschutzkonformen Einsatz von Videokonferenzsystemen nicht nachkommen und stattdessen Anbietern von nachgewiesenermaßen unsicheren Lösungen lukrative Exklusivrechte einräumen. Und was für staatliche Institutionen gilt, trifft gleichermaßen auf Unternehmen zu: DSGVO- und Compliance-Vorgaben sind mit den genannten Closed-Source-Anbietern und -Programmen nicht zu erfüllen. Denn nur sicherheitskonforme Lösungen können auch rechtskonform sein. Da tickt also eine Zeitbombe – für alle hörbar.

Deshalb sind aus der Roten Karte für Closed-Source-Anbieter die richtigen Konsequenzen zu ziehen: Unternehmen und Organisationen müssen spontane Präferenzen durch eine methodische Evaluation ablösen, in der Sicherheitsaspekte eine ausschlaggebende Rolle spielen. Und für öffentliche Auftraggeber gilt: Schluss mit den Exklusivrechten für sicherheitskritische Anbieter, faire Prüfung von professionellen Alternativen und Transparenz bei den Kriterien für die Wahl der richtigen Lösung.

Andrea Wörrlein, Geschäftsführerin und -Verwaltungsrätin
Andrea Wörrlein
Geschäftsführerin und -Verwaltungsrätin, VNC

Newsletter Anmeldung

Smarte News aus der IT-Welt

Sie möchten wöchentlich über die aktuellen Fachartikel auf it-daily.net informiert werden? Dann abonnieren Sie jetzt den Newsletter!

Newsletter eBook

Exklusiv für Sie

Als Newsletter-Abonnent erhalten Sie das Booklet „Social Engineering: High Noon“ mit zahlreichen Illustrationen exklusiv und kostenlos als PDF!

 

Artikel zu diesem Thema

Cloud Security
Jul 07, 2020

Datenschutz in der Cloud – 3 häufige Irrtümer

Die Verschlüsselung von Daten ist ein wichtiger Bestandteil jeder Datenschutz-Strategie.…
Open Source
Jun 23, 2020

Open Source-Risiken im Auge behalten

Es ist kaum anzunehmen, dass Oberstufenschüler ihrem Berufsberater „Chief Inventory…
Jun 12, 2020

Zoom will Anweisungen in China folgen

Die populäre Konferenz-Plattform Zoom hat eingeräumt, drei Videotreffen chinesischer…

Weitere Artikel

Musik

KI-System erkennt Tonalität klassischer Musik

Forscher des École polytechnique fédérale de Lausanne (EPFL) haben eine Technologie entwickelt, die mithilfe von Maschinenlernen allein klassische Musik "anhören" kann und richtig bestimmten Tonalitäten - zum Beispiel Dur oder Moll - zuordnet.
Handschlag

Francisco Partners schließt Akquisition von Forcepoint ab

Die auf Technologieunternehmen spezialisierte Investmentfirma Francisco Partners hat den Cybersecurity-Anbieter Forcepoint von Raytheon Technologies übernommen.
Security Alert

Security Alert: Warnung vor aktueller Dridex-Welle

Aktuell gibt es verstärkt Aktivitäten der Dridex-Malware. Diese bereits einige Jahre alte Schadsoftware macht zurzeit in Excel-Dateien die Runde, die per Mail verschickt werden. Dabei hat der Schädling es vor allem auf Passwörter und andere Nutzerdaten…
Home Office

Homeoffice-Pflicht: Produktivitätssteigerung & Einsparungen sind möglich

Nach Beschluss von Bund und Ländern müssen Arbeitgeber es ihren Beschäftigten ermöglichen, von zu Hause aus zu arbeiten. Durch dehnbare Formulierungen in der Verordnung gerät die Homeoffice-Pflicht und dessen Wirkung jedoch in die Diskussion, denn es gibt…
Schwachstelle

Schwere Sicherheitsschwachstelle im SAP Solution Manager

Aktuell tauchen Meldungen über eine schwerwiegende Schwachstelle in SAP Solution Manager auf, nachdem am 14. Januar ein Proof-of-Concept-Exploit-Skript auf GitHub veröffentlicht wurde.
Google Meet

Google Meet erhält Live-Transkript

Otter lässt User der Videokonferenz-App "Google Meet" ab jetzt ein Live-Transkript ihrer Calls durch Künstliche Intelligenz (KI) aufzeichnen.

Anzeige

Newsletter Anmeldung

Smarte News aus der IT-Welt

Sie möchten wöchentlich über die aktuellen Fachartikel auf it-daily.net informiert werden? Dann abonnieren Sie jetzt den Newsletter!

Newsletter eBook

Exklusiv für Sie

Als Newsletter-Abonnent erhalten Sie das Booklet „Social Engineering: High Noon“ mit zahlreichen Illustrationen exklusiv und kostenlos als PDF!