Anzeige

Twitter

Quelle: Christian Bertrand / Shutterstock.com

Eine Programmierschnittstelle (API) auf Twitter, die mittels Telefonnummer das Auffinden von Bekannten erleichtern soll, wies eine schwere Sicherheitslücke auf. Dies hat es laut Unternehmen "jemandem, der eine große Zahl Fake-Accounts genutzt hat" ermöglicht, Nutzernamen mit Telefonnummern in Verbindung zu bringen und so die Anonymität auszuhebeln.

Besonders viele Zugriffe seien von IP-Adressen in Iran, Israel und Malaysia erfolgt, was auf staatliche Spionage hindeuten könnte. Entdeckt wurde die mittlerweile geschlossene API-Lücke am 24. Dezember.

Fremde statt Freunde

Twitter bietet Usern die Möglichkeit, es zu erlauben, dass Freunde und Bekannte sie einfach über ihre Telefonnummer auf dem Kurznachrichtendienst finden. Das kann besonders Neunutzern helfen, ihr Kontaktnetzwerk auch auf Twitter zu knüpfen. Doch die API, die eben das möglich macht, hatte Twitter zufolge eine Schwachstelle. Dadurch war es völlig Fremden möglich, mithilfe von Fake-Accounts durch Eingabe von Telefonnummern dazugehörige Nutzernamen herauszufinden - was letztlich die Anonymität von Accounts aushebeln kann. Eine Telefonnummer ist immerhin viel eher einer realen Person zuzuordnen als ein Twitter-Handle.

Twitter zufolge waren Accounts aus diversen Ländern an entsprechenden Aktivitäten beteiligt, mit einer auffallenden Häufung in Iran, Israel und Malaysia. Es sei möglich, dass hier eine Verbindung zu staatlichen Akteuren bestehe - gerade für potenziell betroffene Nutzer in eher totalitären Staaten eine beunruhigende Vorstellung. Twitter betont nun, dass alle Accounts, die diese Lücke ausgenutzt haben, gesperrt wurden und man schnellstmöglich Änderungen an der API vorgenommen habe, um weiteren Missbrauch zu verhindern.

Weihnachts-Debakel

Auf den Missbrauch der Schwachstelle aufmerksam wurde Twitter nach eigenen Angaben am Heiligabend. An diesem Tag hatte "TechCrunch" darüber berichtet, dass der türkische Sicherheitsspezialist Ibrahim Balic via Android-App 17 Mio. Telefonnummern Twitter-Accounts zuordnen konnte. Es scheint nun, dass Twitters darauffolgende Untersuchung das grundlegende Problem mit der API gefunden sowie das aktive Ausnutzen der Lücke durch andere Akteure aufgedeckt hat.

www.pressetext.com
 


Newsletter Anmeldung

Smarte News aus der IT-Welt

Sie möchten wöchentlich über die aktuellen Fachartikel auf it-daily.net informiert werden? Dann abonnieren Sie jetzt den Newsletter!

Newsletter eBook

Exklusiv für Sie

Als Newsletter-Abonnent erhalten Sie das Booklet „Social Engineering: High Noon“ mit zahlreichen Illustrationen exklusiv und kostenlos als PDF!

 

Weitere Artikel

Coronavirus

BSI: Cyberkriminelle nutzen Corona-Krise aus

Cyberkriminelle nutzen derzeit verstärkt die Corona-Krise für Tricks und Angriffe aus. Wie das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) in Bonn am Donnerstag mitteilte, gelten diese Angriffe sowohl Unternehmen als auch Bürgern.
Neue App

Wunderlist Alternative von Zenkit

Am 06. Mai 2020 wird Microsoft die Aufgabenmanagement-App Wunderlist endgültig abschalten. Etwa einen Monat vorher bringt das Unternehmen Zenkit seine neue Aufgabenmanagement-App Zenkit To Do auf den Markt. Weil nicht alle Ex-Wunderlist Nutzer zu MS To Do…
KI

Skalierbaren Algorithmen gehört die Zukunft

Grundlegende Rechenwerkzeuge für viele verschiedene Anwendungen entwickelt der Informatiker Professor Peter Sanders in seinem Projekt „ScAlBox“ am Karlsruher Institut für Technologie (KIT).

Zoom schließt Sicherheitslücken nach Kritik

Der Videokonferenz-Dienst Zoom, dessen Nutzung in der Coronavirus-Krise explodierte, gelobt Besserung nach Kritik an seinen Datenschutz-Vorkehrungen.
Frau Mundschutz

Corona-Tracking: App könnte bald an den Start gehen

Ist eine Handy-App das Werkzeug, das man braucht, um das öffentliche Leben trotz Covid-19 kontrolliert wieder anlaufen zu lassen? Forscher arbeiten mit Hochdruck an dieser Technologie. Zum ersten großen Test tritt das Wachbataillon des…

Sicherheitsrisiko? Johnson veröffentlicht Details von Videokonferenz

Der britische Premierminister Boris Johnson hat mit der Veröffentlichung von Details einer Kabinettssitzung Sicherheitsbedenken ausgelöst.

Anzeige

Newsletter Anmeldung

Smarte News aus der IT-Welt

Sie möchten wöchentlich über die aktuellen Fachartikel auf it-daily.net informiert werden? Dann abonnieren Sie jetzt den Newsletter!

Newsletter eBook

Exklusiv für Sie

Als Newsletter-Abonnent erhalten Sie das Booklet „Social Engineering: High Noon“ mit zahlreichen Illustrationen exklusiv und kostenlos als PDF!