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Google Chrome

Quelle: BigTunaOnline / Shutterstock.com

Erneut sieht sich Suchmaschinenriese Google heftiger Kritik ausgesetzt: Der Login auf einer beliebigen Website von Google oder irgendeinem Google-Service führt seit der Chrome-Version 69 zu einer automatischen Anmeldung der Nutzer in Chrome.

Zwar wird eine Synchronisation sämtlicher Browserdaten laut Google nicht eingeleitet. Jedoch wird der Google-Account mit dem Browser verknüpft.

Datenschützer wie Christian Heutger, Geschäftsführer der PSW GROUP, sehen hierin genau das Problem: „Ehemals lokale Daten werden nun auf Googles Servern gespeichert. Das Problem sehe ich zum einen darin, dass Anwender gar keine Wahl mehr haben, ob sie die Funktion überhaupt nutzen wollen. Schlimmer noch: Vor der Einführung der neuen Funktion wurde nicht einmal informiert.“

Google betont, dieses automatische Login sei kein Problem, sondern ein neues Feature. So sei es möglich, sich zentral aus Browser und Google-Diensten auszuloggen. Das neue Feature sei nicht mit dem Syncing-Dienst zu verwechseln. Wenngleich der Internetriese eine Synchronisation der Daten verneint, geht Google mit Informationen bezüglich anderer Daten, die durchs Verknüpfen von Browser und Google-Account entstehen oder übertragen werden können, eher sparsam um.

Kopfzerbrechen bereitet dem Christian Heutger allerdings auch das Design dieses neuen Features: „Klickt der Anwender oben rechts im Brwoser auf sein Profilbild, öffnet sich ein Menü mit der Option „Synchronisieren als …“. Daraus jedoch lässt sich nicht erkennen, ob die Synchronisation bereits stattfindet oder ob dafür erst ein Klick auf den Button notwendig ist. Vermutlich genügt ein versehentlicher Klick darauf, um alle im Browser hinterlegten Daten mit Google zu teilen.“

Immerhin besteht die Möglichkeit, die Verknüpfung zwischen Chrome und dem eigenen Google-Account aufzuheben. Dafür geben Anwender die Adresse chrome://flags/#account-consistency in die Adressleiste ein und setzen anschließend die Option „Identity consistency between browser and cookie jar“ auf „disabled“. „Alternativ können Anwender auch einfach den Browser wechseln. Ich empfehle dafür zum Beispiel Opera. Mit seinem aktivierten VPN, dem Ad-Blocker und dem Privat-Modus ist dieser Browser ausnehmend datenschutzfreundlich. Aber auch der Tor-Browser sowie CLIQZ sind gute Alternativen“, so Heutger.

Die Argumente von Google zu dem neuen Feature haben offebar niemanden wirklich überzeugt, denn Google hat bereits diverse Anpassungen ankündigt. So will die Suchmaschine ab Chrome-Version 70 wieder dazu übergehen, das Login in Chrome von der Anmeldung auf sonstige Google-Dienste zu entkoppeln. Das User-Interface soll zudem deutlicher machen, dass eine Verknüpfung nicht automatisch die Synchronisation von Daten bedeutet. Im Oktober 2018 wird die neue Version bereits erwartet.

Weitere Informationen unter: https://www.psw-group.de/blog/google-forciert-automatischen-login/6392
 

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