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Twitter-Accounts von Promis zeigen Ähnlichkeiten zum Verhalten von Social-Media-Bots. Das haben Wissenschaftler der University of Cambridge in einer Untersuchung aufgezeigt. Dabei sei die Anzahl an Followern ausschlaggebend. Ab zehn Mio. Fans tendieren Celebrity-Accounts dazu, in Roboter-Manier zu retweeten. 

Die Ergebnisse der Cambridge-Untersuchung wurden anlässlich der IEEE/ACM International Conference on Advance in Social Networks Analysis and Mining in Sydney vorgestellt.

Fan-Anzahl ausschlaggebend

"Wir sind daran interessiert, herauszufinden wie effektiv wir automatisch verwaltete Accounts erkennen können und welchen Effekt sie haben", erklärt Zafar Gilani, Cambridge-Doktorand und Forschungsleiter des Projektes. Social-Media-Bots, die eine Fan-Gemeinschaft generieren wollen, bedienen sich bestimmter Algorithmen. Dieses Verhalten ist beobachtbar. Promi-Accounts mit mehr als zehn Mio. Fans spiegeln verdächtig das Verhalten solcher Automatierungstools wieder. So retweeten sie viel mehr, als normale Menschen das tun würden - was für Bot-Accounts typisch ist.

"Wir glauben, der Grund dafür ist, dass Rooter nicht allzu gut darin sind, originelle Inhalte zu erstellen, deswegen müssen sie sich mehr auf Retweets und das Weiterleiten von Followern auf andere Websites konzentrieren", so Gilani. "Auch wenn Bots mit der Zeit immer komplexer werden, sind sie immer noch schlecht in direkter Konversation." Ein Gespräch mit einem Bot basiert demnach meistens auf Geschwafel. Menschliche Tweets zeichnen sich durch Qualität aus und bekommen im Schnitt 19-mal mehr Likes als ihr Algorithmus-Pendant.

40 bis 60 Prozent Roboter

Algorithmen sind bereits die meiste Zeit auf Twitter unterwegs. Zwischen 40 und 60 Prozent aller Twitter-Accounts werden nach Schätzungen von Bots gesteuert. Manche Social-Media-Bots haben mehrere Mio. Follower. Die Mehrzahl jedoch hat weniger als tausend - ähnlich zu Accounts von Menschen. Die Forscher haben mehrere Faktoren analysiert, um Roboter aufzuspüren: Dazu gehört das Erstelldatum des Accounts, die durchschnittliche Tweet-Frequenz, der Inhalt, aber auch die Art des Antwortens auf Tweets. Die Analyse betraf 3.535 Accounts, von denen 1.525 als nicht-menschlich eingestuft wurden.

Viele Bots werden für Öffentlichkeitsarbeit, Marketing oder Propaganda verwendet. Gilani warnt jedoch vor einer Verallgemeinerung. "Ein Twitter-Benutzer kann ein Mensch sein und trotzdem ein Spammer, und ein Account kann von einem Roboter verwaltet werden und trotzdem gutartig sein", erklärt er. Besonders große Nachrichtenunternehmen wie CNN oder BBC sind auf Bots angewiesen. Ohne sie könnten Nachrichten und Tagesthemen niemals so effizient verbreitet werden. Solchen Accounts vertrauen Nutzer, auch wenn sie im Prinzip auf Algorithmen basieren.

www.pressetext.com

 


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