Datenschutztag

Am 28. Januar findet der erste Europäische Datenschutztag im neuen Jahrzehnt statt. Das Alte brachte Unternehmen eine Reihe an Bußgeldern und Abmahnungen aufgrund neuer Datenschutzrichtlinien wie etwa der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO).

Im November 2019 verhängte die Berliner Datenschutzbehörde das bislang höchste Bußgeld von über 14,5 Millionen Euro gegen die Wohnungsgesellschaft Deutsche Wohnen. Im Dezember folgte eine Strafe von 9,55 Millionen Euro für das Telekommunikationsunternehmen 1&1. In Anbetracht dieser hohen Summen gibt Joe Garber, Global Vice President of Strategy and Solutions bei Micro Focus einen Einblick in aktuelle und zukünftige Entwicklungen im Bereich der Datensicherheit.

Die fortschreitende Digitalisierung hat neue Technologien wie selbstverständlich im Alltag von Verbrauchern und Unternehmen verankert. In den kommenden Jahren werden sich diese Entwicklungen nur noch beschleunigen. Dies bringt zahlreiche Vorteile: Eine flexiblere Arbeitsweise durch Clouds, angenehmere Nutzererfahrungen durch umfassende Analyse von Informationen oder die Automatisierung von repetitiven Aufgaben sind nur wenige Beispiele dafür. Um diese Vorteile nutzen zu können, generieren und verarbeiten Unternehmen eine Vielzahl von Daten. Daher war die Rolle des Datenschutzes niemals wichtiger als jetzt.

Bewusstsein für die eigenen Daten schaffen

Daten und Informationen spielen eine immer größere Rolle in der zunehmend digitalisierten Welt. Um einen bewussteren Umgang mit dem Thema Datenschutz zu schaffen, beschloss der Europarat im Jahr 2006, einen jährlichen Datenschutztag einzuberufen. Die Wahl für den Termin fiel auf den 28. Januar. An diesem Tag wurde das Übereinkommen des Europarats zum Datenschutz, „Übereinkommen 108“, für die Unterzeichnung vorgelegt. Am 28. Januar jeden Jahres organisieren daher staatliche Institutionen sowie Akteure aus der Wirtschaft Informationskampagnen zum Thema Datenschutz und Privatsphäre. Ziel ist es, Nutzer für Gefahren zu sensibilisieren und zu einem kompetenten Umgang mit ihren eigenen Daten zu befähigen.

Vorteile durch DSGVO-Compliance

Neben den Informationskampagnen war die Einführung der DSGVO ein wichtiger Schritt zu einem umfassenden Datenschutz. Diese trat am 25. Mai 2018 in Kraft und soll europaweit einen einheitlichen und fest definierten Standard des Datenschutzes gewährleisten. Ziel ist es, dass Unternehmen ihre Daten vor Cyberangriffen oder Missbrauch schützen. Die Einführung der Richtlinie gestaltete sich für Unternehmen zunächst schwierig: So gaben zum Stichtag lediglich 27 Prozent der EU-Unternehmen an, sämtliche Anforderungen schon umzusetzen. Vor allem gegen Ende des Jahres 2019 begannen Behörden schließlich, Bußgelder zu verhängen. Gleichzeitig brachte die Umstrukturierung zahlreiche Vorteile für Unternehmen, die DSGVO-konform agieren: Sie mussten Transparenz darüber schaffen, wie sie personenbezogene Daten nutzen – durch diese Auseinandersetzung mit den bestehenden Strukturen ergab sich die Möglichkeit, interne Prozesse zu ordnen, Zugriffsrechte effizient zu organisieren und ein Daten-Monitoring in Echtzeit zu etablieren.

Die Zukunft des Datenschutzes – das Privatsphäre-Büro?

Die Datenschutzvorgaben werden in Zukunft umfassender und komplexer. Reuben Sinclair, Direktor für Cybersecurity im asiatischen Pazifikraum bei Micro Focus, gibt folgenden Ausblick: „Durch den neuen Fokus auf den Datenschutz werden sich in den kommenden Jahren Unternehmensstrukturen umgestalten. So ist es denkbar, dass sich eine unabhängige Abteilung herausbildet, die sich vollständig auf Datenschutz und -sicherheit spezialisiert. Man kann sich das vorstellen wie eine Art Privatsphäre-Büro.“ Ob sich eine solche Abteilung etabliert, hängt auch von der zukünftigen Rechtsprechung ab. Für Unternehmen gilt es weiterhin, sich intensiv mit Datenschutz auseinanderzusetzen und stets im Sinne der DSGVO zu handeln.

www.microfocus.com
 


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