Anzeige

Datenschutz

Spätestens seit dem Inkrafttreten der DSGVO ist fast jedes Unternehmen dazu angehalten, sich ausführlich mit dem Thema Datenschutz auseinanderzusetzen. Häufig stellt sich dann früher oder später die Frage, ob ein externer Dienstleister als geeigneter Experte herangezogen werden sollte oder ob es genügt, wenn sich intern ein Mitarbeiter durch Weiterbildungen mit dem Thema auseinandersetzt.

„Viele Führungskräfte benennen kurzerhand einen Mitarbeiter zum Datenschutzbeauftragten, der diese Aufgabe aber meist zusätzlich zum eigentlichen Workload erledigen muss. Nicht selten fühlen sich viele daher überfordert, weil damit eine große Verantwortung auf ihnen lastet“, erklärt Haye Hösel, Geschäftsführer und Gründer der HUBIT Datenschutz GmbH & Co. KG.

Intern, aber mit Bedacht

Allerdings gilt es für Führungskräfte zunächst anhand des Art. 37 des DSGVO festzustellen, ob sie überhaupt einen Datenschutzbeauftragten benennen müssen. Dies ist nach einer Änderung aus dem Jahr 2019 nämlich erst der Fall, wenn mindestens zwanzig Personen ständigen Umgang mit personenbezogenen Daten im Unternehmen haben. Eine Ausnahme besteht lediglich, wenn das Unternehmen ständigen Umgang mit besonders sensiblen Daten, etwa über die Gesundheit von Betroffenen, hat oder personenbezogene Daten geschäftsmäßig zum Zweck der Übermittlung verarbeitet. Hier gilt es in jedem Fall einen Datenschutzbeauftragten zu bestellen.

Als wesentlicher Vorteil eines internen Datenschutzbeauftragten stellt sich seine genaue Kenntnis über das eigene Unternehmen heraus. Prozesse und Abläufe sind ebenso bekannt wie die richtigen Ansprechpartner der Firma. Außerdem ist er in den meisten Fällen direkt vor Ort verfügbar, falls dies erforderlich sein sollte. Allerdings gibt es einige Nachteile, die gegen das Einsetzen eines internen Mitarbeiters sprechen.

So kann beispielsweise die Akzeptanz der Kollegen geringer ausfallen, als dies bei einem externen Dienstleister der Fall wäre, da sie erwarten, dass der vertraute Mitarbeiter vielleicht eher ein Auge zudrückt – es droht ein Interessenkonflikt. Auch seine gute Kenntnis der internen Prozesse birgt die Gefahr, dass er bei möglichen Verstößen betriebsblind ist. Außerdem wirkt auch auf Kunden und Geschäftspartner der externe Datenschutzbeauftragte häufig seriöser. Während bei sehr großen Unternehmen ein Mitarbeiter allein für den Datenschutz zuständig ist, bekommen in kleineren Firmen Angestellte diese Aufgabe oftmals zusätzlich zu ihrem eigentlichen Beruf aufgetragen.

Außerdem erfordert die Einarbeitung als Datenschützer mehr als eine einmalige Schulung, sodass hier auch noch regelmäßige zusätzliche Kosten für Unterbringung und Verpflegung zustande kommen können. „Da sich die Gesetzeslage immer wieder ändert, gehören regelmäßige Fortbildungen für einen Datenschutzbeauftragten dazu, sodass für das Unternehmen hier auch immer wieder neue Kosten entstehen“, so Hösel. Außerdem unterliegt ein Datenschutzbeauftragter einem Kündigungsschutz, wie er beispielsweise auch für Mitglieder des Betriebsrates gilt.

Aufgaben abgeben für mehr Sicherheit

Externe Datenschutzbeauftragte nehmen häufig eine neutralere Position sowohl innerhalb des Unternehmens als auch nach außen hin ein. Jedoch kann es vorkommen, dass die Einarbeitung in betriebliche Strukturen aufwendiger ist und eine längere Zeit in Anspruch nimmt. Demgegenüber verfügt der externe Dienstleister über zertifiziertes Fachwissen, das er regelmäßig auf den aktuellsten Stand bringt. Da sein Honorar vertraglich festgelegt und die Kostenstruktur transparent sein sollten, kommt es nicht zu zusätzlichen Ausgaben oder ungeplanten Kosten durch Aus- und Fortbildung oder Erwerb von Literatur wie bei einem internen Mitarbeiter.

Ein weiterer Vorteil bei einem externen Anbieter liegt in der Haftungsübernahme. Während ein Mitarbeiter für Fehlentscheidungen nicht haftbar gemacht werden kann, sofern er nicht vorsätzlich handelt, haftet ein externer Datenschutzbeauftragter im Rahmen der vereinbarten Summe. Das bedeutet mehr Sicherheit für das Unternehmen. „Wenn sich ein Unternehmen dennoch für einen internen Datenschutzbeauftragten entscheidet, ist es wichtig, dass dieser auch den Anforderungen genügt, da sonst die Datenschutzbehörde diesen Mangel ahnden kann“, so Hösel abschließend.

 

www.hubit.de


Artikel zu diesem Thema

Datenbank Sicherheit
Sep 22, 2020

Die Sicherheit von Daten beginnt in der Datenbank

Die Datenbank ist das Herzstück eines Security-Konzepts. Der Datenbank-Pionier Couchbase…
Datenschutz
Sep 18, 2020

Unzertrennbar: CRM und Datenschutz

CRM-Lösungen und der Schutz von Daten passen auf den ersten Blick nicht zusammen, doch…
DSGVO
Mai 25, 2020

Zwei Jahre DSGVO: Wichtige Wissenslücken schließen

Nach zwei Jahren DSGVO haben viele Unternehmen immer noch mit dem Aufspüren…

Weitere Artikel

Cookie-Banner

Cookie-Banner – was ab 1.Dezember 2021 zu beachten ist

Jeder kennt das nervige Cookie-Banner. Mit dem Öffnen einer Webseite ploppt sofort ein Fenster auf, bevor es zu den eigentlichen Informationen weiter geht. Es gibt einen fetten Button, um in die Speicherung von Cookies einzuwilligen. Das Ablehnen wird…
Data Breach

Die 5 häufigsten Datenschutzverletzungen

Meldungen von Unternehmen, die von Datenschutzverletzungen und Daten-Leaks betroffen sind, haben in letzter Zeit stark zugenommen. Im Durchschnitt kosten solche Datenschutzverletzungen deutsche Unternehmen stolze 4,11 Millionen Euro – damit liegt Deutschland…
Cookies

Das Aus der Third-Party-Cookies – die Chance für den Neuanfang

Das bevorstehende Ende der Third-Party-Cookies verändert die Spielregeln im Internet. Wir müssen uns von gewohnten Handlungsmustern verabschieden, dürfen uns im Gegenzug aber auf erweiterte Möglichkeiten freuen – von denen nicht zuletzt auch die Nutzer…
FAQ

9 klare Antworten auf die Datenschutz-FAQs im digitalen Marketing

Alle Welt spricht von Datenschutz, aber keiner traut sich, die wirklich wichtigen Fragen zu stellen. Das gilt auch oder sogar im Besonderen für Online-Marketer.
Whistleblower

Eine Einordnung zur Whistleblower-Richtlinie

Die EU-Richtlinie zum Schutz von Hinweisgebern kommt zum 17.12.2021 - und bemerkenswert wenige Unternehmen sind darauf vorbereitet. Natürlich ist das wieder eine Regelung, die umgesetzt werden muss. Wir meinen: Diese Richtlinie bietet vor allem Chancen!

Anzeige

Jetzt die smarten News aus der IT-Welt abonnieren! 💌

Mit Klick auf den Button "Zum Newsletter anmelden" stimme ich der Datenschutzerklärung zu.