Sicherheitsforscher haben eine Lücke in snap-confine unter Ubuntu entdeckt. Lokale Nutzer können dadurch Root-Rechte erlangen. Patches stehen bereit.
Sicherheitsforscher der Threat Research Unit von Qualys haben Details zu einer Sicherheitslücke in der Komponente snap-confine offengelegt. Die Schwachstelle wird unter der Kennung CVE-2026-8933 geführt und weist einen CVSS-Wert von 7,8 auf. Betroffen sind Standardinstallationen der Betriebssystemversionen Ubuntu Desktop 24.04, 25.10 und 26.04. Die Komponente snap-confine wird intern vom Hintergrunddienst snapd genutzt, um isolierte Ausführungsumgebungen für Snap-Anwendungen aufzubauen. Zur Reduzierung von Systemrechten stellten die Entwickler das Programm von einem Set-UID-Root-Modell auf sogenannte Set-Capabilities um. Saeed Abbasi, Leiter der Threat Research Unit bei Qualys, erläuterte die Ursache der Schwachstelle folgendermaßen:
„Das Problem geht auf eine Sicherheitshärtung zurück, die unbeabsichtigt eine Race Condition während der Sandbox-Initialisierung eingeführt hat.“
Saeed Abbasi, Leiter der Threat Research Unit bei Qualys
Durch die Anpassung wird snap-confine mit der effektiven Benutzer-ID des aufrufenden Nutzers ausgeführt, behält jedoch erweiterte Systemrechte. Beim Einrichten der Sandbox werden temporäre Ordner und Dateien unter /tmp angelegt, die zunächst dem unprivilegierten Nutzer gehören, bevor die Eigentümerschaft an Root übertragen wird.
Ablauf des Angriffs über doppelte Race Condition
Der Angriff nutzt zwei zeitgleiche Wettlaufsituationen (Race Conditions) aus. Unmittelbar nach der Erstellung eines temporären Verzeichnisses mountet ein Angreifer ein präpariertes FUSE-Dateisystem, wodurch die Isolation der Mount-Namespaces umgangen wird. Anschließend wird ein symbolischer Link auf eine sensible Systemdatei gesetzt.
Saeed Abbasi beschrieb den technischen Ablauf der Manipulation im Detail: „Wenn snap-confine versucht, eine Sandbox-Datei zu erstellen, folgt der open()-Aufruf dem Symlink und schreibt in das Ziel. Eine zweite Race Condition ermöglicht es dem Angreifer, die Dateiberechtigungen auf 0666 zu erweitern, bevor snap-confine fchown() aufruft, um das Eigentum an Root zu übertragen. Um die AppArmor-Beschränkungen zu umgehen, zielt der Exploit auf den Pfad /run/udev/ ab, der Lese- und Schreibzugriff erlaubt. Durch das Ablegen einer bösartigen .rules-Datei in /run/udev/rules.d/ und das Auslösen eines FUSE-Mount/Unmount-Zyklus zwingt der Angreifer systemd-udevd dazu, beliebige Befehle als Root auszuführen.“
Empfohlene Sicherheitsupdates für betroffene Ubuntu-Versionen
Zur Vermeidung von Sicherheitsrisiken hat Canonical korrigierte snapd-Pakete bereitgestellt. Jason Soroko, Senior Fellow bei Sectigo, bewertete die Ausgangslage für die Rechteausweitung wie folgt: „Ein Angreifer benötigt weiterhin Zugriff auf Benutzerebene oder Codeausführung, aber CVE-2026-8933 kann diesen Erstzugang in eine vollständige Kontrolle über den Host verwandeln.“ Betreiber von Systemen mit Ubuntu 24.04, 25.10 und 26.04 sollten die installierten Paketversionen von snapd überprüfen und aktualisieren.
(red)