Hacker drohen Streamlabs mit Erpressung: Die Gruppe ShinyHunters fordert Kontakt bis 21. August. Millionen Daten sind bedroht.
Die bekannte Erpressergruppe ShinyHunters behauptet, den Softwareanbieter Streamlabs, eine Logitech-Tochter, kompromittiert zu haben. Auf ihrer Leak-Seite im Darknet veröffentlichte die Bande eine letzte Warnung an das Unternehmen mit der Aufforderung, bis zum 21. August Kontakt aufzunehmen. Andernfalls drohen die Kriminellen mit der Veröffentlichung entwendeter Daten.
Bislang haben die Angreifer jedoch keine Datenproben, Screenshots oder technischen Details vorgelegt, die den tatsächlichen Einbruch in die Systeme bestätigen. Ob und in welchem Umfang sensible Daten abgeflossen sind, lässt sich von Sicherheitsforschern derzeit nicht unabhängig überprüfen.
Hohes Risiko für Millionen Streamer
Sollte sich der Vorfall bestätigen, hätte der Datendiebstahl erhebliche Konsequenzen für die Streaming-Branche:
- Riesige Nutzerbasis: Nach eigenen Angaben nutzen mehr als 15 Millionen Content-Creator die Tools von Streamlabs.
- Marktdominanz auf Twitch: Rund 70 Prozent aller Twitch-Broadcaster setzen auf die Software für Overlays, Spendensysteme, Alerts und Chat-Funktionen.
- Mögliche Schäden: Betroffene könnten dem Risiko von Phishing-Angriffen, Kontoübernahmen oder der Offenlegung sensibler Zahlungs- und Kontodaten ausgesetzt sein.
Streamlabs wurde 2014 gegründet und 2019 vom Schweizer Hardware-Riesen Logitech für rund 89 Millionen US-Dollar übernommen.
Bekannte Erpressergruppe mit Vorgeschichte
ShinyHunters gehört zu den aktivsten und aggressivsten Gruppierungen im Bereich der Cyber-Erpressung. In den vergangenen Monaten und Jahren geriet die Bande immer wieder durch spektakuläre Datendiebstähle in die Schlagzeilen:
- Umfangreiche Angriffe: Zu den Opfern zählen unter anderem der Ticketanbieter Ticketmaster (560 Millionen Datensätze), Salesforce-Kunden, Sysco, Ralph Lauren, Cisco sowie die Europäische Kommission.
- Taktik: Die Gruppe nutzt häufig Phishing, Social Engineering oder gestohlene Zugangsdaten, um in Cloud-Umgebungen einzudringen und im Anschluss hohe Lösegelder zu erpressen.
(red)