Im Cybercrime-Forum wurden 271 Millionen Datensätze von Uber Eats und Starbucks angeboten. Sie stammen laut Forschern aus älteren Infostealer-Sammlungen.
In einem Forum für Cyberkriminalität haben zwei verschiedene Akteure angebliche Datenbanken von Uber Eats und Starbucks zum Verkauf angeboten. Das eine Angebot umfasst angeblich 95 Millionen Datensätze von Uber Eats, während das zweite Angebot 176 Millionen Datenzeilen von Starbucks beinhaltet. Die Angebote enthalten unterschiedliche Stichproben. Nach Untersuchungen von Cybersicherheitsforschern der Plattform Cybernews weisen die Daten jedoch nicht auf eine direkte Kompromittierung der Systeme beider Unternehmen hin. Die Stichproben entsprechen vielmehr bereits bekannten Datensätzen, die durch Schadsoftware zum Diebstahl von Informationen (Infostealer) auf Endgeräten von Nutzern gesammelt wurden.
Herkunft aus bestehenden Stealer-Logs von Juni 2026
Die Analyse der bereitgestellten Stichproben ergab, dass sämtliche untersuchten Nutzerprofile in der umfangreichen Datensammlung der Stealer Logs von Juni 2026 oder ähnlichen Sammlungen enthalten sind. Diese Sammlung von Zugangsdaten wurde aus Infektionen einzelner Computer generiert, bei denen Schadsoftware im Hintergrund Passwörter, Browser-Cookies und Zugangsdaten entwendete. In der im Juni veröffentlichten Sammlung befinden sich mehr als 56 Millionen eindeutige E-Mail-Adressen und rund 124 Millionen Passwörter. Die Sicherheitsforscher von Cybernews ordneten die Funde zu den Angeboten folgendermaßen ein:
„Die meisten der Beispielnutzer sind auch in den Stealer-Logs von Juni 2026 oder den Data-Troll-Stealer-Logs enthalten. Es ist sehr verdächtig, dass mehrere neue ‚Breaches‘ alle Daten aus zuvor durchgesickerten Stealer-Logs enthalten, obwohl die einzelnen Datensätze selbst echt zu sein scheinen.“
Cybernews
Gefahren durch Wiederverwendung von Starbucks-Zugangsdaten
Obwohl es sich nach den bisherigen Erkenntnissen nicht um neue oder direkte Hacks der Infrastrukturen von Uber Eats oder Starbucks handelt, bergen die veröffentlichten Daten Risiken für Anwender. Angreifer nutzen solche verifizierten Datensätze, um über automatisierte Verfahren Zugang zu anderen Plattformen wie Online-Banking, Unternehmensnetzwerken oder sozialen Medien zu erlangen, sofern Nutzer dieselben Kombinationen aus E-Mail-Adresse und Passwort wiederverwenden. Die Schadsoftware wird häufig über Raubkopien, gefälschte Software-Updates, Phishing-Links oder präparierte Browser-Erweiterungen auf Endgeräte übertragen.
(red)