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Wallets richtig schützen

Wie sicher sind unsere Bitcoins nach dem Binance-Hack wirklich?

Der Milliardenraub bei Binance zeigt, wie verwundbar selbst Branchenriesen sind. So bleiben Kryptowerte vor Angreifern und vor sich selbst sicher.

Wie sicher sind unsere Bitcoins nach dem Binance-Hack wirklich?
Bildquelle: Aleksandr-Khmeliov/Shutterstock.com

Binance, die größte Kryptobörse der Welt, ist am Donnerstagabend Opfer eines Hackerangriffs geworden, bei dem nach eigenen Angaben Werte von etwa 6,3 Milliarden Dollar betroffen sind. Laut der Analysefirma TRM Labs flossen die Gelder zu großen Teilen binnen etwa 20 Minuten aus den Wallets der Börse auf zehn Blockchains ab. Den ersten Erkenntnissen zufolge öffnete der kompromittierte Laptop eines Entwicklers den Angreifern die Tür, denn über ihn gelangten sie an einen Dienst im Hintergrund und konnten unberechtigte Auszahlungen anweisen. Rund drei Milliarden Dollar ließen sich noch einfrieren, und Binance will alle Verluste ausgleichen.

Warum Nordkorea immer wieder zuschlägt

TRM Labs und Chainalysis ordnen den Angriff der professionellen nordkoreanischen Gruppe TraderTraitor zu, die bereits für den Raub von rund 1,5 Milliarden Dollar bei der Börse Bybit im Februar 2025 verantwortlich gemacht wird. Pjöngjang bestreitet solche Vorwürfe regelmäßig, doch die Vereinten Nationen und viele Experten gehen davon aus, dass das Regime auf diesem Weg Devisen beschafft, um trotz harter Sanktionen sein Atom- und Raketenprogramm zu finanzieren. Allein 2025 sollen nordkoreanische Hacker laut Chainalysis rund zwei Milliarden Dollar erbeutet haben, was knapp 60 Prozent aller weltweit gestohlenen Kryptowerte entspricht.

Staaten sind jedoch nicht die einzigen Angreifer. Kriminelle Banden und Einzeltäter haben es ebenso auf die Bestände von Privatanlegern abgesehen, und weil große Börsen ihre Systeme zunehmend absichern, geraten die privaten Wallets stärker ins Visier von Cyberkriminellen.

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Wie Angreifer an Wallets gelangen

Eine Crypto-Wallet ist weniger ein Geldbeutel als ein Schlüsselbund, denn die Coins liegen auf der Blockchain, und wer den privaten Schlüssel oder die Wiederherstellungsphrase kennt, kann über das Guthaben verfügen. Beim Phishing locken gefälschte Webseiten und Nachrichten die Opfer dazu, genau diese Daten preiszugeben. Sogenannte „Wallet Drainer“ verleiten auf täuschend echten Seiten dazu, eine Transaktion zu bestätigen, die in Wahrheit das gesamte Guthaben an die Täter überweist. Hinzu kommen manipulierte Wallet-Apps und Schadprogramme, die Eingaben mitlesen, und schließlich die handfeste Variante, bei der Täter Besitzer von Kryptowerten bedrohen oder entführen, wie es 2025 dem Mitgründer des Wallet-Herstellers Ledger widerfuhr.

Wenn die Sicherheit zur Falle wird

Zur Sicherheit gehört jedoch auch, dass man selbst den Zugriff behält, denn anders als bei einer Bank setzt niemand ein vergessenes Passwort zurück. Wie teuer das werden kann, zeigt der Fall des Briten James Howells aus dem walisischen Newport, dessen Festplatte mit dem Schlüssel zu rund 8.000 Bitcoin 2013 versehentlich auf der städtischen Mülldeponie landete. Mehr als zwölf Jahre lang kämpfte er darum, den Müllberg durchsuchen zu dürfen, scheiterte aber vor Gericht, weil die Stadt als Eigentümerin des Abfalls auftrat. Ähnlich ergeht es mittlerweile so einigen Anlegern, die ein Passwort vergessen oder den Zettel mit der Wiederherstellungsphrase verlegt haben, denn ohne Schlüssel bleibt das Guthaben für immer unerreichbar.

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So lässt sich das digitale Vermögen schützen

Größere Beträge sollten nicht dauerhaft bei einer Crypto-Börse liegen, sondern auf eine Hardware-Wallet übertragen werden, die den Schlüssel offline hält und Transaktionen auf einem eigenen Display bestätigen lässt. Das Börsenkonto sichert man am besten mit einem langen, einmaligen Passwort aus einem Passwortmanager und mit einer Zwei-Faktor-Anmeldung über App oder Sicherheitsschlüssel statt per SMS. Die Wiederherstellungsphrase gehört ausschließlich offline an einen sicheren Ort, idealerweise in zwei Kopien an getrennten Orten, und sie sollte weder fotografiert noch in der Cloud gespeichert werden.

Ratsam ist außerdem, jede Zieladresse auf dem Display der Hardware-Wallet zu prüfen, Börsen nur über eigene Lesezeichen aufzurufen und neue Dienste ausschließlich mit einer zweiten Wallet mit kleinem Guthaben auszuprobieren. Ebenso sinnvoll ist es, die Wiederherstellung einmal mit einem Kleinbetrag zu testen und mit dem eigenen Vermögen nicht öffentlich zu prahlen, denn mittlerweile gibt es auch Cyberkriminelle, die Opfer physisch bedrohen, um an ihr Geld zu gelangen. Wer größere Summen hält, kann zusätzlich eine Multisignatur-Wallet nutzen, bei der mehrere Schlüssel für eine Überweisung nötig sind. Hundertprozentige Sicherheit gibt es auch nach dem Binance-Fall nicht. Mit den richtigen Maßnahmen lässt sich das Risiko eines erfolgreichen Angriffs aber erheblich reduzieren.

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