Nach einem Cyberangriff auf Tata Electronics haben Hacker mehr als 200.000 vertrauliche Dokumente von Apple und Tesla im Darknet veröffentlicht.
Der indische Elektronikhersteller Tata Electronics hat einen Sicherheitsvorfall in seinen IT-Systemen bestätigt. Die Ankündigung erfolgte, nachdem die Erpressergruppe World Leaks vertrauliche Daten der Unternehmenskunden Apple und Tesla im Darknet publiziert hatte. Die veröffentlichte Datenmenge umfasst insgesamt 204.341 Dateien mit einem Gesamtvolumen von etwa 630 Gigabyte. IT-Sicherheitsanalysten identifizierten in den Verzeichnissen zahlreiche Referenzen zu den beiden US-Technologiekonzernen.
Unter den geleakten Daten befinden sich technische Zeichnungen, Konstruktionsunterlagen für Fahrzeugkomponenten, Qualitätsprüfungsstandards für iPhone-Platinen sowie E-Mails, Systemprotokolle und vollständige Passkopien von Mitarbeitern. Ein Teil der Tesla-Dokumente betrifft Konstruktionspläne mit der Kennzeichnung als Geschäftsgeheimnis, die mit dem firmeninternen Project Highland zur Überarbeitung der Model-3-Limousine verknüpft sind. Die betroffenen Ordner tragen Bezeichnungen wie com.apple.factorydata und enthalten Aufzeichnungen, die bis in den Mai 2026 datieren.
Untersuchung durch Apple und Lösegeldforderung
Das betroffene Fertigungsunternehmen gab an, dass die Produktion durch den Vorfall nicht beeinträchtigt wurde. In einer offiziellen Stellungnahme erklärte das Management: „Vor einigen Wochen hat Tata Electronics einen Cybersicherheitsvorfall auf einigen unserer Systeme festgestellt. Unsere Reaktionsprotokolle wurden unverzüglich aktiviert, und der Vorfall hatte keine Auswirkungen auf unsere Geschäftsabläufe, die unbeeinträchtigt bleiben.“
Zu den genauen Systemen, auf die unbefugt zugegriffen wurde, oder zum konkreten Ausmaß des Datendiebstahls machte das Unternehmen keine Angaben. Apple hat eine detaillierte Untersuchung des Vorfalls eingeleitet, um die Authentizität und Reichweite der abgeflossenen Dokumente zu analysieren. Nach Informationen aus Branchenkreisen haben die Angreifer zudem eine Lösegeldforderung an Tata Electronics gestellt. Das Unternehmen lehnte eine Kommentierung dieser Erpressung oder möglicher Verhandlungen ab. Tata Electronics fertigt rund ein Drittel aller iPhones auf dem indischen Markt und liefert für Apple Gehäuseteile sowie Platinenkomponenten. Für Tesla produziert die Firmentochter Halbleiter-Chips, Steuergeräte und Baugruppen für das Batteriemanagement.
(red)